|
Literaturliste |
[Letzte Aktualisierung: 01.12.2009] |
Diese Literaturliste ist mittlerweile in die Jahre gekommen und damit in Teilen nicht mehr aktuell.
Wichtige neuere Literatur der letzten Jahre fehlt. Eine Überarbeitung und Neufassung der Liste ist geplant.
Im Übrigen versteht sich von selbst, dass dies eine thematische Literaturliste, nicht unbedingt eine Buchempfehlungsliste ist.
Die Tatsache, dass ein Buch hier aufgeführt ist, bedeutet keineswegs eine Empfehlung oder inhaltliche Übereinstimmung mit den Positionen der HuK.
Die Webmaster
Jede Liste ist natürlich nie ganz vollständig. Der eine oder andere mag Titel vermissen, andere Titel erscheinen vielleicht nicht so wichtig. Daher ist jede solche Liste nur ein Vorschlag, ein Provisorium, zumal wir öfter mal auf einen größeren Büchertisch verzichten müssen. Mit wenigen Sätzen soll der Inhalt der Bücher skizziert werden. Wenn Sie die Bücher nicht bei Ihrer Hausbuchhandlung bestellen wollen, können Sie diese in alternativen Buchläden am Wohnort bestellen, die oft einige Literatur zur Homosexualität führen oder aber in den schwulen Buchläden, die in einigen Großstädten zu finden sind. Ein Verzeichnis dieser Läden folgt am Schluß der Liste.
Diese Literaturliste ist aus dem Bedürfnis entstanden, bei Informationständen, Büchertischen u.a. Fragen nach Literatur zum Thema "Homosexualität und Kirche" ausführlicher beantworten zu können.
Zusätzlich zu dieser Liste möchte ich noch auf drei weitere Literaturlisten verweisen:
Und schließlich haben wir im Bereich "Offizielle kirchliche Texte" eine eigene, mittlerweile recht umfangreiche Online-Sammlung relevanter kirchlicher Texte.
Denkschrift der EKD zu Fragen der Sexualethik (1971)
Jetzt in: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bd. 3: Ehe, Familie, Sexualität, Jugend, Gütersloher Taschenbücher/siebenstern Nr. 416, Gütersloh 1981, S. 139-173, bes. S.163-164.
Dieser Text, längst überholt, wurde bisher von keinem neuen für alle Gliedkirchen der EKD ersetzt.
Stellungnahme des Öffentlichkeitsausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland zur Homosexualität
In: Kirche und Sexualstrafrecht, Stellungnahmen des Öffentlichkeitsausschusses der Ev. Kirche im Rheinland, Kreuz Verlag, Stuttgart-Berlin 1970, S. 65-81.
Dieses Papier ist überholt durch das derzeit in der Landeskirche diskutierte Arbeitspapier, das der Landessynode 1992 vorlag und derzeit in Presbyterien, Kreissynoden und anderen Gremien behandelt wird.
Homosexuelle Liebe
Arbeitspapier für rheinische Gemeinden und Kirchenkreise. Herausgegeben von dem Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf 1992, zu beziehen durch: Landeskirchenamt der Ev. Kirche im Rheinland, Hans-Böckler-Str. 7, 40476 Düsseldorf.
Es diente als Grundlage für den Beschluß der Landessynode vom 11.1.1995. Das Papier dient derzeit auch in anderen Landeskirchen, so in Hessen-Nassau und der westfälischen Landeskirche als Diskussionsgrundlage. Dagegen z.B. das ältere Papier der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands (VELKD):
Gedanken und Maßstäbe zum Dienst von Homophilen in der Kirche.
Eine Orientierungshilfe, herausgegeben als Nr. 11 der Texte der VELKD 1980, zu beziehen über das Lutherische Kirchenamt der VELKD, Postfach 510409, 30634 Hannover.
Im Papier werden Homosexuelle, sofern sie ihre Homosexualität leben, nicht zum Pfarramt zugelassen.
Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern: Im Wortlaut: Stellungnahme der Landessynode zu Fragen der Homosexualität.
Homophilen Menschen mit Verständnis begegnen. In: Sonntagsblatt(Bayern), 12.12.1993.
Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig/Gemeindeausschuß: Thesenpapier zu Fragen der Homosexualität
(Von der Landessynode am 25.11.1994 als Diskussionsvorlage entgegengenommen). In: HuK-Info Nr. 112/Mai-Juni 1995, S.30-32.
Evangelische Kirche im Rheinland: "Sexualität und Lebensformen" sowie "Trauung und Segnung".
Ausarbeitung des Ständigen Theologischen Ausschusses. Als Diskussionspapier für die Gemeinden und Kirchenkreise von der Landessynode am 10.1.1996 entgegengenommen. Mit einer Stellungnahme des Theologischen Ausschusses zum Votum der Arnoldshainer Konferenz. Vorabdruck der Neufassung Düsseldorf 1996. Evangelisch-Lutherische Landeskirche Nordelbien: Handreichung Ehe, Familie und andere Lebensformen. Kiel 1995.
Auf zwei Synoden im Frühjahr 1996 und 1997 in Rensburg konnte keine Einigung über das Papier erzielt werden. 1997 beschloß die Synode daher ein Moratorium.
EKD/Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland: Mit Spannungen leben.
Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Thema "Homosexualität und Kirche", EKD-Texte Nr. 57, Hannover 1996.
Die Schrift ist online auf dem Web-Server der EKD zugänglich (Anklicken: EKD -> EKD-Texte).
Gottes Segen und die Segenshandlungen der Kirche
Ein Votum des Theologischen Ausschusses der Arnoldshainer Konferenz. In der Reihe: Veröffentlichungen aus der Arnoldshainer Konferenz. Neukirchener Verlag. Neukirchen-Vluyn 1995, 96 S.
Der Beschluß, ursprünglich zur Frage der Segnung homosexueller Paare positiver gefaßt, wurde aufgrund von Pressionen durch Mitgliedskirchen umformuliert. Diese Position wird auch deutlich in der Zustandsbeschreibung des derzeitigen Diskussionsprozesses in der EKD, ohne daß deutlich Stellung für oder gegen Segnung homosexueller Paare genommen wird (s. S.70-72!).
Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau(Hrsg.): Schwule, Lesben...- Kirche.
Homosexualität und kirchliches Handeln. Texte aus Kirche und Wissenschaft. Vorgelegt vom Leitenden Geistlichen Amt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. EKHN-Dokumentation Bd.2., Spener Verlagsbuchhandlung, Frankfurt/M. 1996, 215 S.
Der Band beinhaltet verschiedene Aufsätze zum Thema aus den Bereichen Exegese, Pastoral und Kirchengeschichte. Hierbei geht es natürlich auch um die Frage des Amtes für Lesben und Schwule und ähnliche Themen. Die Beiträge spiegeln den Diskussionsprozeß in der EKHN wieder, der durch das Papier der Rheinischen Landeskirche „Homosexuelle Liebe” ausgelöst wurde, das zur Initiierung der Diskussion übernommen worden war.
Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre zu einigen Fragen der Sexualethik vom 29.12.1975
Hier besonders Nr. 8. Erschienen in der Reihe: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhles als Nr. 1, Herausgeber: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, derzeit vergriffen.
Kongregation für das Katholische Bildungswesen: Orientierung zur Erziehung in der menschlichen Leibe vom 1.12.1983
in der Reihe: Verlautbarungen ... a.a.O. Nr. 51, derzeit vergriffen.
Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen vom 30.10.1986
in der Reihe: Verlautbarungen ... a.a.O. Nr. 72
Diese Texte sind zu erhalten beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kaiserstraße 163, 53113 Bonn.
Hier noch der Hinweis auf einen weiteren römischen Text:
Einige Überlegungen bezüglich der Antwort auf Gesetztesinitiativen zur Antidiskriminierung von homosexuellen Personen vom 24.7.1992
Das englischsprachige Original wurde in "L‘OSSERVATORE ROMANO" an diesem Tag veröffentlicht, der Text war schon länger existent und durch die Presse vor allem in den USA bekannt geworden. Deutsche Übersetzung in : HuK Info Nr. 96 / Sept.-Okt. 1992, S. 24-26
Noch ein weiterer wichtiger Text:
Arbeitspapier "Sinn und Gestaltung menschlicher Sexualität"
in: Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, Offizielle Gesamtausgabe, Ergänzungsband: Arbeitspapiere der Sachkommissionen, Herder Verlag, Freiburg 1981, bes. S. 176-179
Leider ist dieses liberale Papier nie zu einem offiziellen Papier der Synode geworden, da es römischen Intentionen nicht entsprach.
Gabriel Loosser: Gleichgeschlechtlichkeit ohne Vorurteil
Ein Theologe stellt Fragen an das gesellschaftliche und kirchliche Menschenbild. Friedrich-Reinhard-Verlag, Basel 1930, Polis Reihe.
Ein gut lesbares Buch des Schweizer Theologen, das quasi eine Frucht seiner Dissertation an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Bern ist, die ebenfalls 1980 unter dem Titel: "HomosexualitäT-Menschlichkeit. Christlich-Moralisch" im Verlag Peter Lang, Frankfurt/M. erschienen ist.
Wunibald Müller: Homosexualität - ein Herausforderung für Theologie und Seelsorge.
Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2. Auflage 1987.
Das umfassende Werk des katholischen Pastoralpsychologen, der jetzt in einem Recollectio-Haus bei der Abtei Münsterschwarzach arbeitet, ist seine Dissertation, wenn auch nur in gekürzter Form, die er 1984 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg einreichte. In dem Buch kommen seine umfangreichen Kenntnisse der Fachliteratur, durch seine Studien in den USA auch der amerikanischen, zum Tragen. Es ist immer noch das katholische Standardwerk zum Thema.
Wunibald Müller: Homosexuelle Menschen
Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1988, Topos-Taschenbuch.
Im Gegensatz zum theologischen Fachbuch ist dieses Bändchen eine mehr praktische Handreichung für die Gemeindearbeit mit konkreten Beispielen aus eigenem Erleben.
Ernst Otto Arntz, Peter-Paul König (Hrsg.): Kirche und die Frage der Homosexualität.
Benno-Bernward-Morus Verlag, Hildesheim 1995.
Der Band enthält die Vorträge, die 1994 in der Akademie der Diözese Hildesheim im St. Jakobushaus in Goslar unter demselben Thema gehalten wurden. Zu den ReferentInnen dieser Tagung gehörten die Ethnosoziologin Gisela Bleibtreu-Ehrenberg, der Münchner Moraltheologie Johannes Gründel, der Therapeut Ehrhard Künzler, der Psychiater und Neurologe Reinhard Schüttler, der Münsteraner Kirchenrechtler Klaus Lüdicke, der Braunschweiger Dominikaner Hans-Albert Gunk und das alte HuK-Mitglied aus Hambergen bei Bremen. Die Referate sind sicherlich auch für diejenigen lesenswert, die nicht an der Tagung teilnehmen konnten.
Udo Rauchfleisch (Hrsg.) : Homosexuelle Männer in Kirche und Gesellschaft
Patmos Verlag, Düsseldorf 1993. Freiburger Akademieschriften der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg.
In diesem Band finden sich bis auf eine Ausnahme alle Vorträge einer Akademietagung vom Oktober 1992 in der Katholischen Akademie in Freiburg, sowohl von Schwulen selber als auch von Theologen, einem Psychologen und Psychiater und aus den Schriftzeugnissen homosexueller Autoren.
Udo Rauchfleisch: Schwule-Lesben-Bisexuelle
Lebensweisen, Vorurteile, Einsichten. Sammlung Vandenhoeck, Vandenhoeck&Ruprecht Verlag, Göttingen-Zürich 1994
Dieses Buch ist eine Frucht der Arbeit von Prof. Rauchfleisch, Professor für Klinische Psychologie an der Psychiatrischen Universitäts-Poliklinik Basel, an der Thematik. Zu ihrem Gelingen haben viele Lesben und Schwule wie auch Bisexuelle durch ihre Gespräche mit dem Autor beigetragen. Das Thema "Kirche und Homosexuelle" wird darin ausführlich behandelt.
Udo Rauchfleisch: Die stille und die schrille Szene
Erfahrungen von Schwulen im Alltag. Reihe: Herder-Spektrum, Bd. 4349, Herder Verlag Freiburg 1995
Das dritte Buch des Basler Psychologen zum Thema Homosexualität eröffnet dem Leser ein breites Spektrum von Erfahrungen. Die sechs Themen Coming-Out, Beziehungen, Schwule und Kirche, Gewalt gegen Schwule, Schwule in der öffentlichkeit und das Alter – eine Horrorvision? machen die Bandbreite dessen deutlich, was hier behandelt wird. Letztlich profitiert das Buch von der Fähigkeit des Autors, seine Gesprächspartner ausführlich zu Wort kommen zu lassen. Interessant für HuK-LeserInnen sicher das dritte Thema, in dem zwei katholische Christen und ein evangelischer Pfarrer ihre Erfahrungen mit Homosexualität in der Kirche deutlich machen.
Christian Käufl: Graue Jungs.
Kirche und Homosexualität in der Wahrnehmung homosexueller Männer. Mit einem Vorwort von Udo Rauchfleisch. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2000.
Dominikanerprovinz Teutonia (Hrsg.): Wort und Antwort, 39. Jahrgang, Heft 2 (4/6 1998) Themenheft „Homosexualität”
Matthias-Grünewald-Verlag Mainz, 1998, 96 S.
Sehr lesenswertes Heft, das ganz verschiedene Aspekte des Themas behandelt. Nach Rüdiger Lautmann's kulturgeschichtlichem Exposé folgt Thomas Eggenspergers's Aufsatz über die mexikanische Ordensfrau und Dichterin lesbischer Liebe Sor Joana Inés de la Cruz. Der Münchner Moraltheologe Johannes Grundel folgt mit einem theologischen Beitrag über gleichgeschlechtliche Zuneigung (s. Herm.v.d.Spijker: Die gleichgeschlechtliche Zuneigung, Freiburg 1968), Hans-Albert Gunk (Braunschweig) , beschreibt die Efahrung von Etern mit ihrem schwulen Sohn, Udo Rauchfleisch (s.o.) äußert sich „zum Problem der Homophobie”. Es folgen Beiträge zu einer Gay-Spiritualität, die die ikonografische Sichtweise mit Bezug auf den Hl. Sebastian miteinbezieht, und exegetische Ausführungen. Wichtig erscheint mir die Aufarbeitung der Homosexualtität am Beispiel von P. Korbinian Leonhard Roth. Hierbei wird erstmals mit einer großen Offenheit das Thema der Sittlichkeitsprozesse im Dritten Reich wie auch die Thematik homosexueller Ordensleute behandelt. Einige Literaturhinweise schließen das lesenswerte Heft ab.
Herbert Haag/Katharina Elliger: Stört nicht die Liebe
Die Diskriminierung der Sexualität - ein Verrat an der Bibel. Walter Verlag, Olten-Freiburg 1976, 2. Auflage 1986
Das Buch des großen Exegeten greift im Titel auf eine Formel aus dem Hohelied im Alten Testament zurück und behandelt in diesem Kontext auch ausführlich das Thema Homosexualität.
Wolfgang Bartholomäus: Unterwegs zum Lieben
Erfahrungsfelder der Sexualität. Kösel Verlag, München 1988
Das Buch ist die Fortsetzung des 1987 erschienen Bandes "Glut der Begierde - Sprache der Liebe. Unterwegs zur ganzen Sexualität", im selben Verlag erschienen. Der Tübinger Professor für Religionspädagogik, der 1989 den Zölibat aufgab und als Priester heiratete und damit seine kirchliche Lehrerlaubnis verlor, ist nun Professor am Institut für Erziehungswissenschaft an der Uni Tübingen und dort Leiter der Arbeitsstelle Religionspädagogik. In diesem zweiten Band seiner Sexualpädagogik kommt der Autor ausführlich auf die Homosexualität zu sprechen, spricht auch über Äußerungen des Papstes zur Homosexualität und zum Thema Bibel und Homosexualität. Die Fortsetzung ist nun erschienen:
Wolfgang Bartholomäus: Lust aus Liebe
Die Vielfalt sexuellen Erlebens. Kösel Verlag, München 1993.
In diesem umfangreichen Buch kommt der Autor immer wieder auf die Homosexualität zu sprechen. Er definiert Sexualität als Sprache und somit Hetero- und Homosexualität als Sprachdialekte. Zum Thema kommt er bei der Geschlechtsgeschichte, hier dann dem Coming out, dann in puncto Normen. Ausführlich spricht er auch zum Thema von lesbischer und schwuler Ehe. Er fordert die christlichen Kirchen auf, hier durch Segnung eine Vorreiterrolle zu spielen.
Albert Bauernfeind: „Liebet einander..."
Jugend - Kirche - Sexualität. Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer 1997, 96 S.
Anfang Oktober 1995 machte der Fall Bauernfeind Schlagzeilen: Der beliebte Münchner Stadtjugendpfarrer Albert Bauernfeind wurde wegen seiner freieren Ansichten zur Sexualität vom Münchner Erzbischof, Kardinal Friedrich Wetter, als Jugendseelsorger abberufen und als Pfarrer in die Provinz versetzt. Er ist jetzt Pfarrer in Eichenau. Das Buch versucht nun, die schon von ihm in München vertretenen Positionen im Zusammenhang darzulegen. In gut lesbarer Sprache - auch mit einem Seitenhieb auf die Presse, denn durch ein von der Münchner „Abendzeitung” gekürzt veröffentlichtes Interview wurde seine Abberufung veranlaßt - sind hier verschiedene Themen der Sexualität angesprochen. Zum Thema Homosexualität vor allem die Kapitel: „Homosexuelle Beziehungen sind absolut gleichwertig mit heterosexuellen” (S.52-53) und: „Du hast mich zur Ruhe gebracht” (S.90-92).
Michael Müller (Hrsg. ): Kirche und Sex
Mein Körper gehört mir. MM Verlag, Aachen 1994
Das Buch Müllers im neugegründeten MM Verlag gibt eine gute Übersicht über die konservativen katholischen Positionen zum Thema Sexualität. Autoren wie Christa Mewes, Andreas Laun, Hans Thomas und Johannes B. Torelló (die beiden letztgenannten sind Mitglieder des Opus Dei) zeigen das deutlich. Der Arzt und Diplom Theologe Manfred Lütz stellt in seinem fragenden Beitrag "Diskriminiert die Kirche Homosexuelle?" klar, daß es sich um keine Diskriminierung handelt, was aber nur gläubigen Menschen deutlich zu machen sei. Die Achtung vor den Homosexuellen gebiete es, "freimütig und ehrlich zur moralischen Einschätzung homosexueller Handlungen Stellung zu beziehen, ohne sich über die betreffenden Menschen zu stellen". Die Problematik der überforderung von Menschen durch das Gebot zölibatären Lebens wird nicht gesehen, wie auch die Frage ungeklärt ist, worin die Annahme homosexueller Menschen ohne deren sexuelle Aktivierung besteht.
Roberto de Mattei (Hrsg.): Kirche und Homosexualität.
Die Gründe einer unwandelbaren Verurteilung. Vorwort von Alfons M.Kardinal Stickler. Recherchen und Textauswahl: Studienkommission des Kulturzentrums Lepanto. Nachwort: Gibt es Homosexualität auch im Tierreich? Wissenschaftliche Erkenntnisse aus biologischer Sicht von Univ.-Prof. Dr.Wolfgang Kuhn. Christiana-Verlag, Stein am Rhein 1996, 57 S. - Übersetzung durch Prof.Dr.Carl Franz Müller.
Wie schon am Titel, den Ko-Autoren und am Verlag erkennbar ist, handelt sich sich um eine konservative Publikation zum Thema. Sie soll Material liefern, um die Resolution des Europäischen Parlamentes vom 8.2.1994 zur Anerkennung homosexueller Beziehungen zu bekämpfen im Sinne der Ansprache des Papstes vom 20.2.1994. Es handelt sich in Teilen um eine Textsammlung durch die Geschichte der Moraltheologie hindurch bis zu den neueren Dokumenten.
Hans-Georg Wiedemann: Homosexuelle Liebe
Für eine Neuorientierung in der christliche Ethik. Kreuz Verlag, Stuttgart 1982.
Das Buch des Düsseldorfer Gemeindepfarrers und Lehrbeauftragten für Praktische Theologie in Bonn, der auch Beauftragter für Homosexuellenseelsorge des Kirchenkreises ist, gilt immer noch als das Standardwerk in der evangelischen Kirche. Der Autor ist quasi Initiator der Diskussion in der Rheinischen Landeskirche anhand der Vorlage "Homosexuelle Liebe", ist als Referent zum Thema gefragt. Alle wesentlichen Fragen werden besprochen, so auch Bibel und Kirche und deren Stellung zur Homosexualität. Außerdem liegt dem Buch eine Umfrage unter homosexuellen Menschen zugrunde.
Hans-Georg Wiedemann: Homosexuell
Das Buch für homosexuell Liebende, ihre Angehörigen und Ihre Gegner, Kreuz Verlag, Stuttgart 1995.
Das Buch ist quasi die Neuauflage des darüber besprochenen Wiedemann-Buches. Das Buch hat nun eine gänzlich neue Gliederung erfahren und ist dadurch lesbarer geworden. Die Kapitel „Angst vor der Homosexualität”, „Sexualität” (Helmut Kentler), „Homosexualität” (ebenfalls von Kentler), Äußerungen von Lesben und Schwulen zu ihrer Situation, äußerungen von Eltern homosexueller Kinder und von schwulen Vätern (Leider fehlen entsprechende Zeugnisse lesbischer Mütter!), Homosexuelle Liebe und die Bibel (von Rainer Stuhlmann), der Platz von Lesben und Schwulen in der Kirche (mit einem Beitrag von Magdalene Bußmann zur römisch-katholischen Kirche). Das 9. Kapitel beschäftigt sich dann mit der Ehedebatte auf juristischer und theologischer Ebene. Das Buch schließt mit einer kleinen Argumentationshilfe gegen gängige Vorurteile gegen Homosexuelle und einem kurzen Wort über die Liebe. Im Anhang findet sich u.a. eine kleine Literaturliste und eine ausführliche Adressenliste der verschiedenen Selbsthilfegruppen u.a. auch die HuK-Adressenliste (Stand 1995, aktuelle Adressen siehe Adressen der HuK-Regionalgruppen: http://www.huk.org/adressen.hm). Das Buch hat der Autor übrigens der HuK und der Düsseldorfer Elterngruppe gewidmet. Bis auf kleine technische Schwächen - so wünschte ich mir die Namen der AutorInnen einzelner Beiträge schon im Inhaltsverzeichnis angegeben - ist das Buch lesbarer und aktueller geworden als der Vorläufer und jedem interessierten Menschen zu empfehlen.
Martin Steinhäuser: Homosexualität als Schöpfungserfahrung.
Ein Beitrag zur theologischen Urteilsbegründung. Quell Verlag, Stuttgart 1998, 482 S.
Martin Steinhäuser, 1961 geboren, legt hiermit seiner Dissertation vor, mit der er im letzten Jahr zum Dr.theol. in Leipzig promovierte. Schon vom Umfang her unschwer als gewichtiges Werk zum Thema zu erkennen, bietet es eine fundierte Darlegung der Kontroversen um die theologische Deutung der Homosexualität. Und bietet eine Lösung an, die auch konservativen Christen annehmbar sein könnte (vgl.Besprechung von Norbert Copray in: Publik-Forum Nr.5/1998!)
Barbara Kittelberger/Wolfgang Schürger/Wolfgang Heilig-Achnek (Hrsg.): Was auf dem Spiel steht
Diskussionsbeiträge zu Homosexualität und Kirche. Claudius-Verlag, München 1993
Der Vorteil dieses Sammelbandes: Er vereint Stellungnahmen und Beiträge verschiedener AutorInnen aus verschiedener Sichtweise und kann so etwas die Diskussion innerhalb der Landeskirchen verdeutlichen. So kommen darin VertreterInnen von HuK, LuK und auch von evangelikalen Strömungen innerhalb der Landeskirchen bzw. von Freikirchen zu Wort, so der bekannte Autor Roland Werner, der die These vertritt "Homosexuelle Gefühle sind Symptome einer tieferliegenden Identitätskrise" (S. 151). Ja selbst die MCC, die einzige "Schwulenkirche", die auch in Deutschland Niederlassungen hat, kommt zu Wort. Wertvoll ist auch, daß neben hervorragenden Fachbeiträgen theologischer und historischer Art Erfahrungsberichte und Selbstzeugnisse von Lesben und Schwulen vorhanden sind.
Helmut Puff (Hrsg.): Lust, Angst und Provokation
Homosexualität in der Gesellschaft. Sammlung Vandenhoeck, Vandenhoeck&Ruprecht Verlag, Göttingen 1993
Die Beiträge, die aus verschiedenen Disziplinen zum Thema Homosexualität Stellung nehmen (juristisch, literaturgeschichtlich, historisch, soziologisch, psychiatrisch, theologisch) sind sehr informativ. Sie sind Teil einer Ringvorlesung, die im Auftrag der Stiftung "Stonewall" 1991/92 an der Uni Basel unter dem Thema "Homosexualität und Gesellschaft" durchgeführt wurde. Autoren sind u.a. Rüdiger Lautmann, Volker Sommer, Udo Rauchfleisch (s.o.) und der Literaturwissenschaftler Gerhard Härle.
Entehrende Leidenschaften oder engagierte Zärtlichkeit?
Homosexualität im Horizont theologischer Reflexion und kirchlichen Handelns. Dokumentation einer Blockveranstaltung in der ESG Bochum am 25. und 26. Juni und am 15. und 16. Oktober 1993, Bochum 1994. (Zu bestellen über: Rose Wecker, Ruhr-Universität Bochum, Evangelisch-Theologische Fakultät, GA 8/143, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum)
Das Buch biete umfangreiche Informationen über humanwissenschaftliche Aspekte des Themas. Ein Beitrag von Thomas Beckmann geht auf das aktuelle Thema Partnerschaftssegnung ein. Der Band greift viele derzeit aktuelle Themen auf, die in den Landeskirchen diskutiert werden, skizziert auch die derzeitige Lage dort anhand einer Kurzbefragung.
Günter Grau (Hrsg.): Und diese Liebe auch
Theologische und sexualwissenschaftliche Einsichten zu Homosexualität. Evangelische Verlagsanstalt Berlin. Berlin (Ost) 1989.
Dies Buch, kurz vor der Wende in der damaligen DDR erschienen, gibt einen guten Eindruck in die damalige Diskussion in den Landeskirchen der jetzt neuen Bundesländer, wenn auch Hans-Georg Wiedemann, Christof Bäumler und Manfred Josutis durch Beiträge vertreten sind. Vor allem der Beitrag von Manfred Punge beschreibt den Stand der Debatte in den Landeskirchen.
Manfred Josutis: Gottesliebe und Lebenslust
Beziehungsstörungen zwischen Religion und Sexualität. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994
Das Buch des Göttinger Professors für praktische Theologie geht den Störungen von christlicher Religion und Sexualität in der Geschichte nach. Josutis, der als evangelischer Theologe u.a. durch die Bücher: "Der Pfarrer ist anders" und "Ehe-Bruch im Pfarrhaus" als Vertreter einer kirchenkritischen Position bekannt wurde, nimmt auch in diesem Buch kein Blatt vor den Mund. Zwei Kapitel sind für uns besonders interessant:
Anmerkung des Webmasters:
Mehrere der im Folgenden genannten Bücher enthalten Thesen oder Theorien, die wir für höchst fragwürdig halten. Soweit in den Schriften auf wissenschaftliche Thesen verwiesen wird, handelt es sich durchweg nicht um allgemein anerkannte wissenschaftliche Meinungen und Erkenntnisse. Wir weisen nochmals darauf hin, dass die Tatsache, dass die Bücher hier trotzdem genannt sind, keine Empfehlung der HuK für diese Bücher darstellt. Für inhaltliche Positionen der HuK verweisen wir auf unsere Webseiten, die hier nachzulesen sind.
Hermann Hartfeld: Homosexualität im Kontext von Bibel, Theologie und Seelsorge
R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1991.
Das umfangreichste Werk aus dieser Richtung des schweizerischen Pfarrers einer Freien Evangelischen Gemeinde in Zürich ist deshalb wichtig, weil er trotz Beschäftigung mit aller Literatur auch der Gegenseite dabei bleibt, daß sowohl Homosexualität Sünde ist, als auch zur Heterosexualität wandelbar. Wie er dazu kommt, solche Schlußfolgerungen aufgrund der Fülle des Materials zu ziehen, ist zumindest fragwürdig. Zeugen für solche Umwandlungen, die immer wieder herausgezogen werden, sind neben den US-Wissenschaftlern Irving Bieber und Charles Socarides der deutsche Psychiater Joseph Rattner und der niederländische Psychologe Gerard J. M van den Aardweg.
Gerard J. M van den Aardweg: Das Drama des gewöhnlichen Homosexuellen.
Analyse und Therapie. übers. aus dem Englischen: Ingrid Elgert, Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart 1985.
Die genaue Übersetzung des englischen Buchtitels: „Homosexualität als ein Krankheit des Selbst-Mitleids” macht die These des Autors deutlich. Das Buch weist in dem abschließenden Literaturverzeichnis große Lücken in der gängigen Literatur aus - ganz im Gegensatz zum Buch von Hartfeld. Weder Dannecker, noch Sigusch weder Schellenbaum noch die gängigen Studien des Kinsey-Institutes werden angeführt. Gerade van den Aardwegs Buch wird hier in freikirchlichen und fundamentalistischen Kreisen immer wieder zitiert.
Eine Auseinandersetzung mit dem Buch von Van den Aardweg findet sich auch in zwei Texten von Walter Conzelmann: http://www.gaynial.net/pdf/aardwegs_drama.pdf und http://www.gaynial.net/pdf/aardweg.pdf (PDF-Dateien).
Leanne Payne: Krise der Männlichkeit
Übers. aus dem Amerikanischen : Luise Eidenmüller und Roland Werner, Aussaat- und Schriftenmissions-Verlag, Neukirchen- Vluyn 1991
Die amerikanische Seelsorgerin, die 1987 erstmals durch ihr in Deutschland erschienenes Buch "Das zerbrochene Bild" (der amerikanische Titel "Das zerbrochene (Ab-)Bild: Wiederherstellung sexueller Ganzheit durch heilendes Gebet") in Deutschland bekannt wurde, vertritt auch hier die These, daß die Flucht vor der eigenen Männlichkeit zum Homosexualität führt. Nur die eigene männliche (und weibliche) Identitätsfindung ist nötig. Letztlich geht es um die für die Autorin von Gott gewollte Polarität der Geschlechter.
Roland Werner (Hrsg.): Homosexualität und Seelsorge
Brendow Verlag, Moers 1993
Der von Roland Werner herausgegebene Band enthält Beiträge von ihm selber, seiner Frau Elke, von Leanne Payne und van den Aardweg. Neben Ausführungen zur Heilung Homosexueller gibt es Kapitel über Gespräche mit lesbischen Frauen aus der Feder von Elke Werner, etwas über das Zeugnis der Bibel und Thesen zur Seelsorge. Dazu kommen zwei Lebensbilder von Männern, die sexuellen Kontakt zu Männern hatten – aber auch massive Probleme damit. Das Buch wird in konservativen Kreisen wie das von van den Aardweg als Standardwerk gesehen. Und ist in manchen Teilen, auch gerade in den beiden Lebensbildern, nur ein Blick auf homosexuelles Verhalten – aber sind die Homosexuellen so? Sexsucht, Unfähigkeit über die sexuellen Kontakte zu reden usw. ebenso Fehlen einer Geschlechtsidentität ist das typisch für Homosexuelle?
John Stott: Homosexuelle Partnerschaften
Warum gleichgeschlechtliche Beziehungen für Christen unmöglich sind, 1984 in den USA unter dem Titel "Homosexual Partnerships?" by InterVarsity Press erschienen, 1989 in der deutschen übersetzung von Leslie Richford im Verlag der Francke-Buchhandlung Marburg.
Das Büchlein ist quasi das herausgenommenen Kapitel aus dem 4. Band von Stotts Werk "Christsein in den Brennpunkten unserer Zeit, 4. Bd.: … im sexuellen Bereich." Dies erschien 1984 in England und 1988 in der Übersetzung von Bettina Dietze und Leslie Richford im Verlag der Francke-Buchhandlung in Marburg, wobei in dieser Ausgabe das Kapitel über "Homosexuelle Partnerschaften" von Roland Werner übersetzt wurde. Knackpunkt für Stott ist das "Biblische Menschenbild", weshalb Homosexualität widernatürlich und gegen Gottes Gebot ist. Die Liebe wird der Gesetzlichkeit unterworfen – das spricht für sich. Stott, einer der führenden Theologen in der europäischen evangelikalen Bewegung, setzt sich ansonsten nur mit den amerikanischen Theologen auseinander.
John Stott: Homosexuelle Partnerschaften
Warum gleichgeschlechtliche Beziehungen für Christen unmöglich sind, 1984 in den USA unter dem Titel "Homosexual Partnerships?" by InterVarsity Press erschienen, 1989 in der deutschen übersetzung von Leslie Richford im Verlag der Francke-Buchhandlung Marburg.
Das Büchlein ist quasi das herausgenommenen Kapitel aus dem 4. Band von Stotts Werk "Christsein in den Brennpunkten unserer Zeit, 4. Bd.: … im sexuellen Bereich." Dies erschien 1984 in England und 1988 in der übersetzung von Bettina Dietze und Leslie Richford im Verlag der Francke-Buchhandlung in Marburg, wobei in dieser Ausgabe das Kapitel über "Homosexuelle Partnerschaften" von Roland Werner übersetzt wurde. Knackpunkt für Stott ist das "Biblische Menschenbild", weshalb Homosexualität widernatürlich und gegen Gottes Gebot ist. Die Liebe wird der Gesetzlichkeit unterworfen – das spricht für sich. Stott, einer der führenden Theologen in der europäischen evangelikalen Bewegung, setzt sich ansonsten nur mit den amerikanischen Theologen auseinander.
Andrew Comiskey: Unterwegs zur Ganzheitlichkeit
Hilfen für Menschen mit homosexuellen Empfindungen, Seelsorger und Berater, Projektion J Verlag, Wiesbaden 1993. US-Ausgabe 1989 by Creation House Strang Communications Company, Lake Mary, Florida.
Der Autor beschreibt in dem Buch sein Leben als Homosexueller und seinen Weg zur Heterosexualität - "Neuausrichtung" oder "Heilung" - wie auch immer er es nennt. Der Autor leitet seit einigen Jahren "Desert Stream Ministeries"(Wüsten-Strom-Seelsorge), eine Homosexuellengruppierung innerhalb der "Vineyard Christian Fellowship" (Weinberg-Christliche-Gemeinschaft) in Santa Monica in Kalifornien. Diese gehört zur evangelikalen US-Gruppierung „Exodus International”, die ihren Sitz im kalifornischen San Rafael hat. Sie wirkt bis nach Europa. Comiskey vertritt auch die Grundthese, daß Homosexualität unheil, bzw. homosexuelle Beziehungen ein Art Suchtverhalten ist, das geheilt werden muß. Letztlich ist der homosexuell Lebende unheil, hat seine Ganzheit verloren, ist mit der eigenen geschlechtlichen Identität zerfallen. Der Autor betont aber auch, daß dieser Zustand durchaus auch bei Heterosexuellen zu finden sei. Zu diesem Band gibt es ein gleichnamiges Arbeitsbuch.
Bernhard Ritter: Homosexuelle Menschen in unserer Kirche
Orientierung und Hilfe zu befreiender Seelsorge, Aussaat Verlag Neukirchen-Vluyn 1993.
Der 44jährige Autor, gelernter Elektroinstallateur, wurde in Sachsen geboren, vom DDR-Staat wegen seiner Überzeugungen verfolgt und vom Studium ausgeschlossen, Predigerausbildung und Ordination. 1987 Ausbildung zum Pastoralpsychologen, Vorsitzender des in der DDR gegründeten Arbeitskreises "Befreiende Seelsorge". Seit 1990 Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt. Er ist einer der Sprecher der Evangelikalen in der Kirchenprovinz Sachsen, tritt dort jeder Bestrebung im Sinne der HuK entgegen. Das in diesem Büchlein knapp Skizzierte beschreibt der Autor in
Bernhard Ritter: Eine andere Art zu lieben?
Zum Thema Kirche und Homosexualität. Seelsorgliche Aspekte. Brunnen Verlag, Giessen/Basel 1993,
In dessen Anhang sind übrigens aus seiner Sicht Dokumente zur Auseinandersetzung in der evangelischen Kirche der DDR und jetzt in der Kirchenprovinz Sachsen zum Thema abgedruckt. Viele im Buch angesprochene Themen könnte man ausführlicher Kritik unterziehen. Vieles in den bisher vorgestellten Büchern Gesagtes findet sich hier wieder: Homosexualität als Störung, Zwangshandlung und Sucht. Homosexualität ist infantile, nicht ausgereifte Sexualität. Homosexualität ist Neurose und Zeichen gestörter geschlechtlicher Identität usw.
Joseph Nicolosi: Homosexualität muß kein Schicksal sein
Gesprächsprotokolle einer alternativen Therapie. übers aus dem Amerikanischen: Dr. Friedmann Lux. Mit einem Vorwort zur dt. Ausgabe von Roland Werner und einem Geleitwort von Dr. Christl R. Vonholdt. Eine Veröffentlichung des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft, Schloß Reichenberg, Reichelsheim, Aussaat Verlag, Neukirchen-Vluyn 1995.
Wie auch die anderen Bücher aus dem Aussaat-Verlag bleibt Homosexualität sündhaft und ist eine Krankheit, die therapiert werden muß. Joseph Nicolosi, Psychologe und Direktor der Thomas Aquinas Psychological Clinic im kalifornischen Encino, nennt seine Art der Therapie reparativ. Hier werden homosexuelle Menschen also repariert, ihre Fehlentwicklung in der frühen Kindheit aufgearbeitet. Auch hier wird m.E. Ursache und Wirkung der Neurose von Lesben und Schwulen durcheinandergebracht. Hinzu kommt die falsche These, daß schwule Männer sich nicht als richtige Männer und lesbische Frauen sich nicht als richtige Frauen begreifen. Das Buch von Nicolosi bringt dazu 8 Fallgeschichten, u.a. auch eines Ordensgeistlichen von 52 Jahren.
Homosexualität und christliche Seelsorge
Dokumentation eines ökumenischen Symposiums. Veranstaltet vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft, Reichelsheim. 30.9.-3.10.1994. Aussaat Verlag, Neukirchen-Vluyn 1995.
Mit einem Vorwort von Ulrich Parzany und einer Einleitung von Angela Ludwig. Mit Beiträgen von Joseph Nicolosi, Gerard van den Aardweg, Christl Vonholdt, Bernhard Ritter, Elke Werner, Ulrich Eibach und anderen. Oft sind es Vertreter von Ex-Gay-Gruppierungen aus England, den Niederlanden, den USA, Philippinen usw. Das Buch, so ist zu lesen, sei all den Männern und Frauen gewidmet,"...die in naher Zukunft in Synoden und Kirchenleitungen verantwortliche Entscheidungen über die christlichen Lebensordnungen fällen müssen" (S.6). Es wird von den Synoden an Synodale verschickt oder ihnen vor Synodenbeginn überreicht. Besondere Bedeutung und Auseinandersetzung verdienen die "Sieben Bitten an die Schwulen-Bewegungen" (S. 195-196) von Bob Davies, denen wir sicher etliche Bitten von unserer Seite gegenüberstellen könnten. Z.B. ist der Fanatismus und die Unduldsamkeit auch bei Evangelikalen gegen uns groß. Was man selber erwartet, sollte man auch selber zu geben bereit sein.
Jürgen Mey: Kirchen für Homosexuelle?
Die Homosexuellen erstreiten ihre Menschenrechte. In der Reihe: Schriften zur Lebensform Homosexualität, Bd. 4. Verlag Haag+Herchen, Frankfurt/Main 1993.
Die dünne Broschüre (55 Seiten) gibt den Standpunkt des HuK-Mitgliedes zum Thema Kirche und Homosexuelle wieder. Neben einer kurzen Auseinandersetzung mit den biblischen Texten gibt es naturwissenschaftliche Erklärungsversuche. Letztlich plädiert Mey aufgrund der negativen Haltung christlicher Kirchen zur Homosexualität für eigene schwul-lesbisch Glaubensgemeinschaften (S. 46). Für eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität und Kirche scheint das Büchlein ungeeignet. Vom selben Autor sind in dem Verlag Haag+Herchen noch vier Bändchen zum Thema Homosexualität erschienen.
Thomas Grossmann: Eine Liebe wie jede andere
Mit homosexuellen Jugendlichen leben und umgehen. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek/Hamburg 1988.
Immer noch das Standardbuch für Eltern homosexueller Töchter und Söhne. 1984 in der Reihe "Elternrat" bei Rowohlt das erste Mal erschienen, hat das Buch einige Auflagen erlebt. Auch das Thema Christentum wird angesprochen.
Andrea Micus: "… und auf einmal weißt du, daß dein Kind anders ist."
Mütter von homosexuellen Söhnen und Töchtern berichten. Bastei-Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach 1992.
Die Journalistin Andrea Micus hat hier gut lesbar die Erkenntnisse der Eltern zusammengestellt. Es sind auch Eltern von HuK-Mitgliedern dabei. Ich denke, dieses Buch kann für andere Eltern eine Hilfe sein, mit der lesbischen Tochter oder dem schwulen Sohn verständnisvoller umzugehen - und mit den eigenen Ängsten.
Dorit Zinn: Mein Sohn liebt Männer
in der Reihe: Die Frau in der Gesellschaft, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 1992.
Die 54 jährige Autorin aus Darmstadt ist mit diesem Buch schon viel auf Lesungen unterwegs gewesen. Sie beschreibt sozusagen ihr Coming-out als Mutter eines Schwulen, den Weg vom Wissen und Erkennen des Faktums zu Akzeptanz und Liebe für ihn. Und um die Veränderung des Blickwinkels, der oft damit verbunden ist: Mitaufnehmen des lesbischen/schwulen Gesichtspunktes, z.B: in puncto Nazismus. Quasi eine Ergänzung zum Buch von Andrea Micus.
Jürgen Lemke: Verloren am anderen Ufer?
Schwule und lesbische Jugendliche und ihre Eltern. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 1994.
Ein gut lesbares Buch, das verschiedendste Themen aufgreift, die lesbische/schwule Jugendliche und deren Eltern umtreiben. Angst vor dem homosexuellen Kind, wie entsteht Homosexualität. Elternfrage: was haben wir falsch gemacht? Verschiedene Formen des Coming-out der Jugendlichen. Problemfelder: Schule und Homosexualität, das Klischee vom Schulen, Beruf und Homosexualität, Gefahren im Alltag, AIDS. Lösungsmöglichkeiten werden angeboten, weg vom Jammern über die Situation zu Hilfe für das Coming-out, dem Sehen der Chance durch die Homosexualität bis hin zur Frage, wie Lesben und Schwule zur Möglichkeit der Anerkennung ihrer Partnerschaften stehen. Der früherer DDR-Autor ist durch die Bücher "Ganz normal anders. Auskünfte schwuler Männer" (Aufbau Verlag, Berlin 1989) und "Hochzeit auf dänisch. Man(n) und Männer" (Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 1992) schon vorher bekannt geworden.
Anke N. Barthels: Mein Kind ist so und nicht anders
Econ Verlag Düsseldorf 1995
Die Diplom-Pädagogin Anke M. Barthels berichtet in diesem Buch von ihren Erfahrungen als Mutter einer homosexuellen Tochter. Mit viel Engagement versucht sie auch anderen Eltern zu vermitteln, wir man mit der Homosexualität seines Kindes umgehen kann. Themen wie "Was bedeutet eigentlich homosexuell" oder zur "Homosexualität in Geschichte und Gegenwart" werden durch die Erfahrungen mit dem Coming-Out des Kindes und dem Coming-Out als Eltern eines homosexuellen Kindes, (Reaktion der Umgebung) wesentlich ergänzt. Das Buch schließt mit "Gedanken heute" zu Aids, zur Szene, zu verdeckten Homosexuellen und Fragen an die Sexualerziehung.
Robb Forman Dew: Mitten ins Herz.
Eine Mutter erzählt vom Coming-Out ihres Sohnes. Knaur Verlag, München 1997, 283 S. übers.: Leon Mengden
Ein lesenswertes Buch der US-Autorin über ihre Erfahrungen als Mutter ihres schwulen Sohnes Stephen
Kate MyLaughlin: Geliebter Fremder.
Mein Sohn ist homosexuell. Saatkorn Edition, Saatkorn-Verlag, Lüneburg 1997, 158 S. Übers.: Ina Felder
Das Buch mit einem schönen Jungenfoto auf dem Cover ist allerdings nicht so malerisch wie dieses Bild. Es erzählt die Geschichte, die Kate mit ihrem schwulen Sohn Danny erlebt. Sie spielt im Millieu der Freikirchen. Danny, der schon kurz vor der Heirat steht, verwirft diese Idee und hat gegenüber seinen Eltern sein Coming-Out. Es entstehen schwere Probleme mit der Gemeinde, in der Familie. Auch das Thema Heilung wird angesprochen. Beide Seiten gehen aufeinander zu: die Eltern akzeptieren die Homosexualität des Sohnes; der Sohn, der sich von der Freikirche entfernt hat, tritt nun in eine andere Gemeinde ein und trifft den Entschluß, enthaltsam zu leben. Mit einiger Vorsicht zu lesen !!!
Hans-Peter Ehmke, Hans-Georg Wiedemann u.a.: Liebe. Unser Sohn ist schwul. Unsere Tochter ist lesbisch.
Junge Lesben und Schwule und ihre Eltern. Hrsg.: Elterngruppe Düsseldorf und Jugendnetzwerk Lambda e.V., Düsseldorf 1997.
Das von Pfr. Hans-Georg Wiedemann für die Düsseldorfer Elterngruppe und Hans-Peter Ehmke vom Jugendnetzwerk Lambda e.V. herausgegebene Heft wendet sich an Eltern lesbischer oder schwuler Kinder, gibt Argumentationshilfen in naturwissenschaftlichen und theologischen Fragen. Außerdem gibt es Beiträge von Eltern und Kindern zur Schwierigkeit des Coming Outs lesbischer Töchter und schwuler Söhne. Aus der Praxis entstanden.
Thomas Grossmann: Schwul - na und?
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek/Hamburg, etliche Auflagen seit 1981.
Immer noch das Buch für Jugendliche, egal ob sie hetero- oder homosexuell sind. Es beantwortet viele Fragen zum Thema, gibt weitere Hinweise auf Gruppen, Literatur. Lesbar geschrieben.
Lutz van Dijk: Coming out. Lesben und Schwule aus aller Welt
Mit einem Vorwort von amnesty international. Patmos Verlag. Düsseldorf 1997.
Ich entdeckte das Buch im Kirchentagsbuchladen in Leipzig. Und war gleich begeistert. Nach seinen gut lesbaren Büchern über die Homosexuellenverfolgung in der Nazi-Zeit nun ein Buch zur Jetzt-Zeit. über das Coming out von Lesben und Schwulen in den verschiedenen Ländern der Welt. Gut recherchiert. Folgende Länder werden berücksichtigt: Rußland, Kroatien, Südafrika, Marokko, China, Indonesien, Iran, Israel, Panama, Uruguay, USA und eben auch Deutschland.
Wolfgang Dinkelberg/Eva Gundermann/Kerstin Hanenkamp/Claudia Koltzenburg(Hrsg.): Das Schweigen brechen.
Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung. Querverlag, Berlin, 1999. Im Auftrag von Amnesty International.
Nachdem Lutz van Dijk in seinem Coming-out Buch schon die rechtliche Situation von Lesben und Schwulen in der Welt geschildert hat, hier nun endlich der längst überfällige Report der Menschenrechtsorganisation Amnesty International dazu. Das Buch schildert im ersten Teil die Entstehung der Rechte für Homosexuelle auf internationaler Ebene, ebenso auch die Entwicklung, die der Einsatz für diese in der Organisation AI genommen hat bis hin zu einer Aktionsgruppe Homosexualität 1995 in Berlin und einem internationalen Netzwerk für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender(LGBT), das 1999 erstmals in London tagte. Sodann werden etliche Fälle in verschiedenen Ländern aufgezählt, in denen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität verfolgt, verhaftet und ermordet wurden und werden. Dazu gehört auch ein tabellarischer Überblick über die rechtliche Situation für Lesben, Schwule, Transsexuelle usw. in den Ländern der Welt. Ein eigenes Kapitel widmet sich den Menschenrechtsorganisationen in den verschiedenen Ländern, die sich für diese Menschen einsetzen, sowie international tätigen Gruppierungen wie der ILGA, in der die HuK Mitglied ist. Ein wichtiges Buch, das mit seinen 128 Seiten eine Fülle von Material bietet.
Monika Barz/Herta Leistner/Ute Wild: Hättest du gedacht, daß wir so viele sind?
Lesbische Frauen in der Kirche. Kreuz Verlag, Stuttgart 1987.
Es ist das einzige mir bekannte Buch über lesbische Frauen in/mit der Kirche bei uns. Fünf Kapitel hat das Standardwerk:
Barbara Gissrau: Die Sehnsucht der Frau nach der Frau
Das Lesbische in der weiblichen Psyche. Kreuz Verlag, Zürich 1993.
Weniger ein theologisches Buch, sondern der Versuch der Stuttgarter Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin, die verschiedenen Theorien zur weiblichen Homosexualität darzustellen und zu werten. Neben der Absage an die Wertung als Krankheit geht es vor allem um Identitätsbildung in Kindheit und Pubertät und die Frage einer lesbischen Identität- auch im Gegensatz zur heterosexuellen weiblichen Identität. Das Buch schließt mit der Frage nach dem sexuellen Lebensstil - fern von heterosexuell und lesbisch im freien Begehren.
Monika Barz/Geertje-Froken Bolle(Hrsg.):Göttlich lesbisch
Facetten lesbischer Existenz in der Kirche. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1997.
Auch dieses Buch lernte ich in der Leipziger Kirchentagsbuchhandlung kennen. Da es eine Sammlung verschiedenster Beiträge von Frauen aus unterschiedlichen Perspektiven und aus dem Aus- und Inland ist, kann man/frau es auch häppchenweise lesen. Viele Erfahrungsberichte lesbischer Existenz, vor allem in Kirche. Daneben Berichte über Lesbische Existenz im KonfirmandInnenunterricht, Lesbische Mädchen in der evangelischen Jugendarbeit, Vorträge, Predigten, Gedichte, Liturgische Texte usw. Neben einer ausführlichen Literaturliste gibt es Hinweise aus rein lesbische und lesbisch-schwule Netzwerke, wo auch auf die HuK verwiesen wird mit einem kleinen Beitrag von Hiltrud Noll.
Silke Grigo/Eva-Maria Garber: Lebendig und Spannend
Lesbisch leben in der Kirche: Eine Orientierungshilfe aus lesbischer Sicht. Stuttgart 1997. Zu beziehen über: Frauenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Gymnasiumstraße 36, 70174 Stuttgart.
Rechtzeitig zum Leipziger Kirchentag erschienene Broschüre, in der im ersten Teil die verschiedenen Netzwerke kirchlich orientierter Lesben vorgestellt werden. Es folgt eine autobiographischer Teil: Frauen in verschiedenen Situationen - auch eine Pfarrerin - schildern ihre Situation. Zwischen zwei Texten zur Orientierungshilfe der EKD "Mit Spannungen leben" von M. Brandt(lesbischer Kommentar) und Silke Grigo (theologische Kritik) findet sich ein Predigttext zum Christopher Street Day (CSD) von Bettina B. Das Heft orientiert kurz und knapp auf 45 Seiten mit einer kleinen Literaturliste am Schluß.
Gerd Büntzly: Schwule Väter. Erfahrungen
Polemiken. Ratschläge. Bruno Gmünder Verlag, Berlin 1988.
Das Buch war lange Zeit das einzige zu diesem Thema. Die verschiedenen Themenbereiche werden immer mit konkreten Hölscher: Mann Beispielen verdeutlicht. Themen sind: Gefangen in Ehe und Familie, Religiöse Bindungen, Schuldgefühle, (Ehe-)Frauen und Töchter und der schwule Mann (Vater), Kinder schwuler Väter, schwule Väter und deren schwule Beziehungen. Dazu AIDS, juristische Hinweise, Verweise auf Selbsthilfegruppen.
Andrea Micus: "Schade, daß sie eine Frau ist …"
Homosexuelle Ehemänner und ihre Angehörigen berichten. Bastei-Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach 1994.
Nach den homosexuellen Jugendlichen hat die Journalistin Andre Micus nun die schwulen Väter als Thema aufgegriffen. Neben 7 schwulen Vätern geben je zwei Kinder, zwei Ehefrauen und zwei Eltern schwuler Väter ihre Erfahrungen wieder (Für HuKler: wer unter den 7 schwulen Vätern ist HuK-Mitglied?) Ein sehr lesenswertes Buch, das eben mehr von den Zeugnissen lebt, daher weniger an reinen Sachinformationen liefert wie das Buch von Büntzly.
Thomas Hölscher. Mann liebt Mann
Berichte schwuler Ehemänner und Väter. Verlag Neues Leben, Berlin 1994
Thomas Hölscher hat in diesem Buch biografische Beiträge und Gespräche mit homosexuellen verheirateten Männern und einer Ehefrau eines Homosexuellen aus Deutschland und den Niederlanden zusammengetragen. Das Buch ist in der Fülle seiner Beiträge, die auch die religiöse Thematik betreffen, lesenswert. Die zwanzig Artikel betreffen Menschen aus verschiedensten Berufen vom Arbeitslosen über den Bankangestellten bis zum Rentner, ebenso Mitglieder verschiedenster christlichen Konfessionen.
Klaus D. Hoppe: Gewissen, Gott, Leidenschaft
Hierzel-Verlag, Stuttgart 1985.
Hansjakob Stehle, Rom.- Korrespondent der ZEIT, hat in einem Artikel in dieser Wochenzeitung ("Ein dunkles Kapitel", DIE ZEIT Nr. 3, 13.1.1989, S. 46) auf dieses Buch des deutsch-amerikanischen Professors für Psychotherapie an der Universität of California in Los Angeles hingewiesen. Diese hat sich, wie der Untertitel sagt, mit "Theorie und Praxis psychoanalytischer orientierter Psychotherapie von katholischen Klerikern" beschäftigt. Hier werden Defizite in der psychischen Entwicklung der Kleriker, Mönche und Nonnen deutlich benannt. Hierzu zählen auch Fälle von Priestern, die wegen sexueller Delikte mit Kindern mit dem Gesetz in Konflikt kamen.
Eugen Drewermann: Kleriker
Psychogramm eines Ideals. Walter Verlag, Olten/Freiburg 1989.
Diese umfangreiche Studie des Paderborner Theologen, der nach Lehr- und Amtsverbot als katholischer Geistlicher als Therapeut, Dozent, Schriftsteller etc. arbeitet, machte ihn bei den Kirchenoberen nicht gerade beliebter. Er analysiert schonungslos das Ideal des katholischen Priesters. Wie bei Hoppe kommt hierbei neben dem Motiv des Narzismus auch das Thema Homosexualität vor. Wobei bei beiden wohl zu fragen ist, ob sie die Änderung der Homosexualität in Heterosexualität als möglich und damit als wünschenswert ansehen.
A. W. Richard Sipe: Sexualität und Zölibat
Schönigh-Verlag, Paderborn 1992.
Die umfangreiche Untersuchung des nun verheirateten früheren amerikanischen Benediktiners, jetzt Psychotherapeut in Baltimore, erschienen 1990 in New York unter dem Titel: Eine geheime Welt: Sexualität und die Suche nach dem Zölibat". Das Buch ist Ergebnis von 25 Jahren Arbeit, von Gesprächen mit 1000 Priestern und 500 Frauen und Männern, die Sexualpartner von Klerikern waren. Fazit: Schätzungsweise die Hälfte des Klerus der USA von 53000 bricht das Zölibatsversprechen, 10-13 % haben intime Beziehungen mit erwachsenen Männern, 28 % Beziehungen meist dauerhafter Art zu Frauen, 6 % suchen Beziehungen zu Heranwachsenden und Kindern, meist Jungen.
Thomas Migge: Kann denn Liebe Sünde sein?
Gespräche mit homosexuellen Geistlichen. Verlag Kiepheuer & Witsch, Köln 1993.
Den Interviews mit 13 homosexuellen Klerikern, die man teilweise schon im deutschen Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL und im österreichischen PROFIL nachlesen konnte, ist ein längerer Aufsatz des Autors – Reportage genannt – über die Hauptergebnisse seiner Untersuchungen über schwule Priester vorangestellt. Dieser kann – und will auch nicht – jene längst fällige Untersuchung über schwule Priester leisten, deren Notwendigkeit diese Interviews aber verdeutlichen.
Helmut Kentler: Die Menschlichkeit der Sexualität
Berichte, Analysen. Kommentare ausgelöst durch die Frage: Wie homosexuell dürfen Pfarrer sein?, Christian Kaiser Verlag, München 1983.
Der vom hannoverschen Sozialpädagogikprofessor Helmut Kentler herausgegebene Sammelband vereinigt in sich Stellungnahmen der Vereinigten Evangelischen-Lutherischen Kirchen Deutschlands (VELKD), theologische Gutachten, sechs thematische Aufsätze und ein Dokumentation zur Frage: darf ein Evangelischer Pfarrer – und wenn wie – homosexuell sein. Ausgelöst wurde das Ganze durch den Fall des Hilfspfarrers Klaus Brinker, der sich 1979 um die ausgeschrieben Gemeindepfarrstelle bewerbend wegen seiner Homosexualität nicht gewählt und vom Landeskirchenamt an das Studienseminar nach Göttingen versetzt wurde. Der Band ist zwar inzwischen Geschichte, aber leider immer noch aktuell, wie die späteren Fälle Hans-Jürgen Meyer und Ubbo Seegelken zeigten. Die Beiträge von Kentler, Wiedemann, Josuttis, Bäumler und Pingel sind lesenswert. Wichtig auch für die Diskussion in den Landeskirchen über das Papier der Rheinischen Landeskirche "Homosexuelle Liebe" zur homosexueller AmtsträgerinInnen – vor allem im Blick auf die (kirchen-) rechtliche Lage (Pfarrdienstgesetz oder Pfarrergesetz).
Horst Hirschler: Homosexualität und Pfarrerberuf
in der Reihe: Vorlagen Nr. 28/29, Lutherhaus Verlag, Hannover 1985.
Es handelt sich um die überarbeitete Fassung eines Vortrages des damaligen Göttinger Landessuperintendenten und jetzigen Landesbischofs vom 9.3. 1985 in Hannover vor den Gruppen "Offene Kirche und "HuK". Es ist quasi die längere Ausführung der Position, die Hirschler schon am 29.7.1979 in der "Evangelischen Zeitung" in Hannover unter der Überschrift "Ein Homosexueller als Pfarrer?" veröffentlichte (wieder abgedruckt im Sammelband von Kentler, S: 243-246). Letztlich geht es Hirschler immer darum, zwar weiterhin Gespräche zu führen, aber in der Argumentation die negative Entscheidung des Landeskirchenamtes zu verteidigen.
Elinor Burkett und Frank Bruni: Das Buch der Schande
Kinder und sexueller Mißbrauch in der katholischen Kirche. Europa Verlag. Wien 1995
Schon lange, bevor der Fall Groener in Europa die Frage des sexuellen Mißbrauchs in der katholischen Kirche so breit thematisiert hat, war dieses in den USA aktuell. Ausgehend von einer Reihe von Prozessen gegen katholische Geistliche wegen Mißbrauchs von Kindern und Jugendlichen hat die Kirche dort die Flucht nach vorne angetreten. Inzwischen geht man in Amerika mit dieser Frage offen um. Zeugnis davon ist auch dieses Buch der beiden Journalisten, das 1993 in den USA erschienen ist und jetzt in deutscher Sprache in der übersetzung von Sabine Steinberg vorliegt. Es schildert faktenreich einige der wichtigen Prozesse und gibt zudem Opfern und Tätern die Möglichkeit sich zu den Vorgängen zu äußern. Ergänzt wird dies durch Stellungnahmen von Fachleuten, einigen verantwortlichen Bischöfen und auch von Selbsthilfegruppen, die sich in den letzten Jahren in den USA gebildet haben.
Stephen J. Rossetti/Wunibald Müller(Hrsg.): Sexueller Mißbrauch Minderjähriger in der Kirche
Psychologische, seelsorgliche und institutionelle Aspekte. . übers. der englischsprachigen Beiträge von Anke Braun. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1996.
Es handelt sich um die deutsche Ausgabe des schon 1990 in den USA von Rossetti herausgegebenen Buches "Slayer of the Soul"(Totschläger der Seele). Es zeichnet sich durch einen sehr differenzierten, sachlichen Ton aus. Themen sind "Mythen über Kindesmißhandler"; "Psychologische Theorien über Pädophilie und Ephebophilie"; Sechs Warnsignale für sexuellen Mißbrauch von Kindern; Therapiemaßnahmen innerhalb des kirchlichen Rahmens für Menschen, die Kinder sexuell mißbraucht haben; Bericht eines Priesters, der Jugendliche mißbraucht hat; Psychologische Interventionsmöglichkeiten für Gemeinden nach einer Anklage wegen sexuellen Mißbrauchs; Offizielle Maßnahmen nach einer Anlage wegen sexuellen Mißbrauchs und dann natürlich auch kirchenrechtliche Aspekte.. Der Band endet mit einem Beitrag von Müller "Sexueller Mißbrauch Minderjähriger in der Kirche - pastoraltheologische und pastoralpsychologische Aspekte und Konsequenzen" und von Rossetti: "Eine Herausforderung für das Volk Gottes." Das Buch, das ganz aus den Erfahrungen in den USA heraus geschrieben wird, kann für all jene eine Hilfe sein, die das erste Mal mit sexuellem Mißbrauch in der Kirche konfrontiert werden.
Ursula Enders: Die Hände in Unschuld waschen!
Kirche und sexueller Mißbrauch - ein Fallbeispiel. In: Dirk Bange/Ursula Enders(Hrsg.):Auch Indianer kennen Schmerz. Handbuch gegen sexuelle Gewalt an Jungen. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 1995,S.221-224
Ein Buch, mitherausgegeben von Dirk Bange, den viele von uns durch seinen Auftritt bei einer Pädophiliediskussion bei der Mitgliedertagung in Haus Neuland kennen. Mit kräftigen Attacken gegen Helmut Kentler (S.82-83) und Rüdiger Lautmann (S.83-88) werden - auch aus deren Schriften - Fälle sexuellen Mißbrauchs dargeleg. Andere Bücher zur Pädophilie sollte man/frau sollten das Bild ergänzen.
Anatol Feid: Nacht eines Priesters
Protokoll eines Doppellebens. Patmos Verlag, Düsseldorf 1996.
Das Buch des in Frankfurt/M. lebenden Priesters und Dominikaners ist das verfremdete Protokoll einer ihm anvertrauten Geschichte eines schwulen Geistlichen, der seine Sexualität im Strichermilieu auslebt. Bei einer Razzia in einem Stundenhotel wird er mit einem Minderjährigen erwischt. Anschließend kommt es unter Alkoholeinfluß zu einem Autounfall und der 48jährige Geistliche kommt ins Krankenhaus. Der ganze Fall kommt ins Rollen. Auch der Alkohol spielt in seinem Leben eine Rolle. Feid, der schon mehrere erzählende Bücher zur Stricherproblematik geschrieben hat, schildert dieses Geschehen einschließlich der Auseinandersetzung mit dem Personalreferenten kenntnisreich. In einem kleinen Vorwort schreibt Feid: „Vor allem durch meine langjährigen Beziehungen zu suchtkranken Menschen habe ich minderjährige Mädchen und Jungen kennengelernt, die mißbraucht worden sind, manche auch von Priestern. Das wird von der Kirche totgeschwiegen. Aber nur, was ausgesprochen wird, ist veränderbar. Und Veränderung ist notwendig, vor allem um der Opfer willen.”(S.5).
Rosemary Curb/ Nancy Manahan: Die ungehorsamen Bräute Christi
Lesbische Nonnen brechen das Schweigen, Kindler Verlag, München 1986.
Das US-Original erschien 1985. Das Buch über die Erfahrungen von 49 Nonnen, einige zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch in Klöstern, hat m.W. kaum Resonanz gehabt, die Reste wurden bald verramscht. Leider. Das Buch ist ein lesenswertes Dokument. Viele der Klosterfrauen sind vom Aufbruch des II: Vatikanischen Konzils geprägt, durch die sie die Offenheit zur Erkenntnis eigenen Lesbischseins haben konnten.
Theresa Winter: Sag ihnen, deine Liebste ist Nonne.
Feministischer Buchverlag, Wiesbaden 1999
Das Buch schildert, wenn auch die Details verfremdet wurden, die Erfahrungen der 18jährigen Theresa, die bei einem Ferienjob in einem italienischen Altersheim die indische Nonne Sr.Chiara kennenlernt. Es entwickelt sich im Laufe der Jahre eine Liebesbeziehung zwischen den beiden, als Theresa die Nonne in ihrer indischen Heimat besucht. Das Buch schildert authentisch, ohne Wertungen, das Leben der Nonnen in den Klöstern. Die Schwe- stern öffnen sich Theresa gegenüber und erzählen über ihre Motive des Klostereintritts, manchmal fast nahtlos übergehend in seelische oder faktische Fluchtversuche. Immer deutli- cher sieht Theresa die verinnerlichten Verbote und Spaltungen und erkennt, dass sie gegen ihren Willen auch in ihrem Leben noch einen Platz haben. Dem gegenüber steht Sr.Chiaras klare Entscheidung für das Kloster.
Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gemeinschaften des apostolischen Lebens: Richtlinien für die Ausbildung in den Ordensinstituten
Rom, 2.2. 1990, Hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn, in der Reihe: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 97.
In diesem Dokument der Religionskongretation findet sich im 2. Kapitel das Thema "Sexualität und Ausbildung". Darin auch der Satz, daß Frauen und Männer, die ihre homosexuellen Neigungen nicht zu beherrschen vermögen, vom Ordensleben auszuschließen seien.
Nino Lo Bello: Vatikan im Zwielicht
Die unheiligen Geschäfte des Kirchenstaates. ECON- Verlag, 1983, hier: Sonderausgabe 1986, bes. Kapitel 24: "Homosexualität und Kirche", S: 210-215.
Hier wird besonders auf die Situation in den USA eingegangen, mit einem kurzen Blick auf die Niederlande. Das Kapitel beginnt mit dem Skandalartikel von dem französischen Schriftsteller Roger Peyrefitte in der italienischen Wochenzeitschrift "Tempo", in dem er 1976 Papst Paul VI. der Homosexualität bezichtige.
Peter de Rosa: Gottes erste Diener
Die dunkle Seite des Papsttums, Droemer Knaur Verlag, München 1989.
Der Theologe, der sein Priesteramt 1970 aufgab, schreibt über drei große Themen des Papsttums: Macht, Wahrheit und Liebe. Er zeigt Quellen zur Krise von Kirche und Papsttum auf. 2 Seiten (473/47): Kreuzzug gegen Homosexuelle.
Peter de Rosa: Der Vatikan – von Gott verlassen?
Kirche, Sex und Tod. Droemer Knaur Verlag, München 1993.
Im dritten in Deutschland erschienen Buch des englischen Autors nimmt er die Kirchenkritik des Buches von 1989 wieder auf: Diesmal gerät auch der Abschnitt über die Homosexualität länger. Das ganze 11. Kapitel ist betitelt: "Roms Bannstrahl gegen Homosexuelle" (S. 175-192) . Der Autor beschreibt die Situation in der katholischen und der anglikanischen bzw. Episkopalkirche in den USA und die der katholischen Kirche in Irland und schließt mit den positiven Beispielen aus den skandinavischen Staaten, wo gleichgeschlechtliche Beziehungen anerkannt werden. Vorteil dies kurzen Berichtes: der Autor bezieht eigene seelsorgliche Erfahrungen ein.
Kate Saunders, Pieter Stanford: Zwischen Keuschheit und Fegefeuer
Die Katholiken und der Sex. Goldmann Verlag München 1994.
Das Buch der englischen Journalisten, das 1992 in Großbritanien herauskam beschreibt in mehreren Kapiteln recht anschaulich die Auseinandersetzung katholischer ChristInnen mit der Sexualität. Anhand vieler Beispiele werden Themen wie Kindersexualität, Masturbation, Zölibat, Ehescheidung, Empfängnisverhütung und eben auch und Homosexualität (Seite 86-97) behandelt. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und als Überblick empfehlenswert.
Charles Panati: Lexikon religiöser Bräuche und Gegenstände.
Von Altar bis Yin und Yang. Deutsch von Reinhard Kaiser. Piper Verlag, München 1999
Das Buch des amerikanischen Physikers Charles Panati, dessen 1996 erschienene Original- ausgabe den Titel Sacred Origins of Profound Things hatte, ist seiner katholischen Mutter gewidmet. In XII. Teilen und 35 Kapiteln behandelt er die verschiedensten Themen nicht nur – wenn auch hauptsächlich – des Christentums, sondern auch des Buddhismus, Islam und des Jüdischen Glaubens. Unter Teil X.Gebote und Verbote findet sich unter Kapitel 26. Ver- botener Sex. Schwul bis lesbisch. Auf 14 Seiten gibt Panati hier einen guten Überblick zum Thema, vor allem was die Schrifttexte angeht.
I Millenari(Ps): Wir klagen an. Zwanzig römische Prälaten über die dunklen Seiten des Vatikan.
Übers.aus dem Italienischen. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin, 2.Aufl.2001.
Als das Buch 1999 in Italien im Verlag Kaos Edizioni in Mailand unter dem Titel Via colvento in Vaticano erschien, erregte es die Gemüter und wurde zum Beststeller. Zwanzig römische Prälaten, von denen bisher nur einer durch Denunziation bekannt wurde, üben hier scharfe Kritik an der Situation in der Führungsspitze der römisch-katholischen Kirche. In 22 Kapiteln wird deutlich, welche Mißstände dort zu finden sind, von Freimauererei bis zu Satanismus, von Bespitzelung und Machtkampf bis zum Zölibatsmißbrauch. Getrieben von der Sorge um die Kirche versuchen die Autoren, die Finger auf die Wunde zu legen. Im IX. Kapitel Der Speer der Homosexualität erzählen die Autoren Beispiele, wie die Homosexualität als Vorwurf dazu dient, um jemanden abzuschießen, oder aber gezielt dazu benutzt wird, um Karriere zu machen. Ein interessantes Buch, dessen sehr dramatischer Schlußsatz vor den beiden Schriftzitaten Gottes geliebte Stadt, die Kirche, ist belagert von den Dienern des Teufels wohl zu denken geben sollte.
Bhakti Datta (Mitverf.) u.a.: Ethik der Religionen-Lehre und Leben. Bd. 1 Sexualität
Kösel- und Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, München-Göttingen 1984.
In diesem Buch wird in kurzen Zügen die Haltung folgender Religionen und Konfessionen zur Homosexualität dargelegt: Jüdische Religion, Katholizismus, Protestantismus, Islam, Buddhismus. Leider findet sich im Text zum Hinduismus nichts zum Thema. Insgesamt ein guter, nicht zu teurer überblick.
Gergard J. Bellinger: Im Himmel wie auf Erden
Sexualität in den Religionen der Welt. Droemer Knaur Verlag, München 1993.
In diesem umfangreichen Buch wird auf die Stellung alter Religionen zur Homosexualität eingegangen (Stammesreligionen, ägypter, Sumerer, Griechen, Römer, Parsismus). Von den Weltreligionen geht der Autor nur auf das Judentum, Christentum und den Islam ein. Er endet übrigens mit eine Hinweis auf die negative Stellung des Fundamentalismus jeglicher Art (egal ob Christentum oder Islam) zur Sexualität.
Es finden sich nur zwei Ratgeber, die Homosexualität überhaupt erwähnen und die einschlägig sind:
Manuela Malt. "… ist unstreitig homosexuell"
Diskriminierung von Lesben und Schwulen in Arbeits- und Zivilrecht. Verlag Frühlings Erwachen, Recht 1, Hamburg 1991.
S. 42-56 wird der Fall eines schwulen Diplom-Psychologen geschildert, der von der Inneren Mission, Diakonisches Werk Westfalen, 1977 entlassen wurde.
Die Schwulen Juristen: Schwule im Recht
Rechtsratgeber für homosexuelle Menschen. PALETTEverlag, Bamberg 1992.
Es ist immer noch der Rechtsratgeber für Schwule für alle Lebensbereiche, vom Arbeitsrecht über Partnerschaftsrecht bis zu Sexualstrafrecht. Das Kapitel "3. Schwule Mitarbeiter der Kirchen "(S. 43-50) stammt von Manfred Bruns und faßt das Wesentliche zusammen. Er zieht sehr viel Grundsatzurteile von Bundesgerichten heran. Wichtig wäre künftig noch die stärkere Einbeziehung kirchenrechtlicher Texte z. B. Pfarrer- und Pfarrdienstgesetz, Regelungen von Landeskirchen und Bistümern, des CIC in der Fassung von 1983 und der Rahmenordnungen für die verschiedenen Dienste in der katholischen Kirche, ebenso der "Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse" vom 22.9.1993 (Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz, Die deutschen Bischöfe, Heft 51).
Hinweis für Internet-Leser: Das Buch ist in seiner jeweils aktuellen Fassung online im Internet unter Lesben und Schwule im Recht: http://www.lsvd.de/buch/ zugänglich.
Neben umfangreichen Schriften zum kirchlichen Arbeitsrecht, auf die in einem Faltblatt von HuK und SVD hingewiesen werden soll, hier noch zwei Hinweise
Rainer Schwarzenthal: Konflikt und Ausgrenzung in der Katholischen Kirche
In der Reihe: Erfahrung und Theologie. Schriften zur praktischen Theologie Nr. 18, Peter Lang Verlag, Frankfurt/M. 1990.
Dieses Buch, zugleich Dissertation an der Universität Wuppertal, führt unter 3.2. die "Amtskirchliche Programmatik der Ausgrenzung von Homosexuellen" (S. 105-116) auf. Neben einer Analyse des römischen Schreibens von 1986 wird auf mehrere Vorfälle eingegangen. Wem dies zu trocken und wissenschaftlich geschrieben ist, der hat die Möglichkeit, von demselben
Rainer Schwarzenthal: Splitter im Auge
Zum Umgang mit Konflikten in der katholischen Kirche, Kösel Verlag, München 1992
zu lesen. Hier bringt er die Dinge, in vereinfachter lesbarer Sprache, auf den Punkt. Seite 22-25 kommt er auf die systematische Ausgrenzung der Homosexuellen zu sprechen. Der Sozialwissenschaftler macht die Mechanismen deutlich, die Kirche anwendet, um auszugrenzen – zugleich aber auch ihre Unfähigkeit im Umgang mit Konflikten in den eigenen Reihen. Ein sehr notwendiges Buch, das gerade auch bei Konflikten im Arbeitsrecht manches erklärlich macht.
Tina Tessina: In guten wie in schlechten Tagen
Anregungen für homosexuelle Paare. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek/Hamburg 1991. (Das amerikanische Original erschien 1989).
Das erste Buch zum Thema schwule Beziehungen, das es in Deutschland gab. Lesenswert, wenn auch stark vom amerikanischen Hintergrund geprägt. Alle Themen von Beziehungen, von der Frage de Partnersuche über die Gestaltung von "Heiraten" und der Beziehung selber bis hin zum Ende einer solchen Partnerschaft werden von der Psychologin angesprochen.
Rosemary Ruether: Unsere Wunden heilen, unsere Befreiung feiern
Rituale in der Frauenkirche. Kreuz Verlag, Stuttgart 1988.
Die amerikanische feministische Theologin bietet in ihrem Buch zwei interessante Rituale an: Coming -out-Ritual für eine Lesbierin (S. 195-201) und Zeremonie für das Lebensbündnis eines lesbischen Paares (S. 217-220)
Klaus Laabs (Hrsg.): Lesben. Schwule. Standesamt.
Die Debatte um die Homoehe. Christoph Links Verlag, Berlin 1991.
Ein lesenswertes Sammelwerk mit verschiedensten Sichten zum Thema. Von rechtlichen, soziokulturellen, historischen, politischen, theologischen Aspekten übe ganz persönliche Sichten ist alles vorhanden. Dazu kommen beigefügte Dokumente zum Thema. Es fehlen die rechtlichen Texte, die in der Folge der "Aktion Standesamt" erfolgten – vor den Amts- und Landesgerichten und dem Bundesgerichtshof.
Harald Rimmele: Schwule Biedermänner?
Die Karriere der "schwulen Ehe" als Forderung der Schwulenbewegung – ein poltikwissenschaftliche Untersuchung. MännerschwarmSkriptWissenschaft Hamburg 1993.
Die Schrift ist eine Diplomarbeit an der FU Berlin und erfordert durch ihren analytisch- wissenschaftlichen Stil Konzentration beim Lesen. Interessant für jeden, der die Diskussion der letzten Jahre mitbekommen hat. Die Analyse des Autors allerdings endet düster: auch wer sich als Schwuler "ehewillig und ehetauglich" weiß, geht damit keiner generellen Akzeptanz entgegen.
Christine Wübbecke: Die Homosexuellenehe
Situation-Meinungen-Initiativen. Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin, Fachbereich 2 (Rechtspflege), 1993 (Dekan des Fachbereichs 2 Kurfürstendamm 207-208, 10719 Berlin).
Diese Darlegung aus rein rechtlicher Sicht beleuchtet alle möglichen Aspekte, angefangen vom Ehebegriff über Fragen von Adoption, Erbrecht, Mietrecht usw. Dann fragt die Autorin nach den Auswirkungen des Ausschlusses vom Eherecht für homosexuelle Paare, fragt nach der Meinung der Homosexuellen, der PolitikerInnen. Sie bringt dann Dänemark als ein Beispiel, wie die Frage angegangen werden kann und endet mit einer Bewertung der Fragestellung homosexueller Ehen. Am Ende sind verschiedene Gesetzestexte abgedruckt, von denen 3 nur Entwürfe sind. Eine sehr gute Studie über das derzeitige Rechtssystem.
Johannes Paul II.: Verständnis für Versagen ist eine Minderung sittlicher Norm
Ansprache vor dem Angelus am 1. Fastensonntag, 20.2.1994.
In dieser Ansprache bezieht sich der Papst auf die von den Grünen eingebrachte Resolution über homosexuelle Beziehungen, die das Europäische Parlament in Straßburg mit Mehrheit verabschiedet hat. In der Ansprache wird jede Sanktionierung homosexueller Beziehungen abgelehnt, u.a. mit dem Hinweis, sie seien gegen Gottes Plan und somit sündhaft. Zudem stellten homosexuelle Beziehungen eben keine Familie dar. Es sei vielmehr sogar ein familienfeindlicher Akt, diese Beziehungen anzuerkennen (zu bestellen über das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, siehe oben).
John J. McNeill: "Sie küßten sich und weinten ..."
Homosexuelle Frauen und Männer gehen ihren spirituellen Weg. Kösel Verlag, München 1993.
Das Buch des amerikanischen Ex-Jesuiten und jetzigen Therapeuten, der als geistiger Vater der katholischen Homosexuellenvereinigung "Dignity" zu sehen ist, breitet Gedanken einer schwulen Befreiungstheologie aus. Damit kann dies als Fortsetzung seines ersten bedeutenden Buches "Die Kirche und der Homosexuelle" von 1976, 1988 in veränderter und erweiterter Form in einem anderen Verlag erschienenen, angesehen werden. Dieses erste Buch beschreibt überwiegend die Situation der Homosexuellen in der römisch-katholischen Kirche, die Spannungen und Schwierigkeiten. Es wurde nicht ins Deutsche übersetzt.
Michael Brinkschröder (Hrsg.): Schwule Theologie
Bestandsaufnahme und Perspektiven. AG Schwule Theologie co Aidshilfe Münster 1994.
Das Buch stellt eine Dokumentation des Seminars über schwule Theologie vom 22.-24-10. 1993 in Rheine-Mesum dar. Neben den Vorträgen über die bisherigen Versuche einer schwulen Theologie in den Niederlanden und den USA ging es in Arbeitsgruppen u.a. um eine schwule Hermeneutik, Ansätze einer schwulen Befreiungstheologie und Theologie der Lebensformen. Die ausführliche Mitschrift der Plenardiskussion über verschiedene Ansätze der schulen Theologie lassen neue Perspektiven entdecken. Eine Bibliografie rundet den Band ab.
Jens Weizer(Ps.): Vom andern Ufer
Schwule fordern Heimat in der Kirche. Patmos Verlag, Düsseldorf 1995.
Das im HuK-Info schon besprochene Buch des hier unter Pseudonym schreibenden katholischen Theologen kommt schon vom Titel her sehr deutlich auf seine Position zu sprechen: er will vom andern Ufer her zu den theologischen Fragen der Homosexualität Stellung nehmen. Heraus kommt eine sehr gut lesbare Theologie, die mit Recht als schwule Theologie oder Theologie im schwulen Kontext zu verstehen ist. Denn es ist nicht nur parteilich, sondern beginnt gleich mit der Definition: „Ein "schwules Buch"- dem andern Ufer zugedacht.” Also den sog. Normalen, den Heteros. Hier wird sich sowohl in herkömmlicher Weise mit den theologischen Argumenten der Tradition auseinandergesetzt - auch mit früheren naturwissenschaftlichen - als auch die Vorwärtsstrategie geübt: Schwul-Sein als natürlich, schöpfungsgemäß und als Charisma wird entfaltet. Dabei wird bis auf Platos "Symposion" zurückgegriffen. Schwul sein als Charisma, Gnaden-Gabe oder auch gute Gabe Gottes führt dann weiter. Letztlich geht es um die "Annahme seiner selbst", um den hier auch zitierten Titel einer kleinen Schrift des katholischen Religionsphilosophen Romano Guardini anzuführen. Und damit um die Frage, wie denn im Glauben die eigene Identität zu finden ist. Und da sind wir mitten in schwuler Theologie im Blick auf die Geschichte eigener Befreiung, vom rosa Winkel über den Christopher-Street-Day bis zur Besinnung auf schwule Elemente in der biblischen Tradition. Beispiel: David und Jonathan, auch Jesus und Johannes wird gestreift. Zum Schluß folgen Überlegungen zum Verhältnis von Lesben und Schwulen zu Kirche und Gesellschaft, die eben beiden Seiten auch "Schuld" an der derzeitigen Situation gibt.
Christian J. Herz: IKAROS - wohin fliegst du?
Aus der Geschichte der Homosexualität und dem Erleben eines betroffenen Theologen. Akropolis Verlag, München 1995.
Noch viel deutlicher und kritischer nimmt der ebenfalls katholische Theologe Christian Herz sich des Themas an. Hier wird schon im Untertitel deutlich, daß es sich hier sowohl um eine wissenschaftlich-historische Abhandlung über die Bewertung der Homosexualität handelt, als auch um die Einbringung der eigenen Lebens- und Liebesgeschichte. Beide Teile bedingen einander. Denn eine Theologie ist dann tot und blutleer, wenn sie nicht (den) Menschen im Blick hat. Von der Antike bis zur AIDS-Thematik spannt sich der Bogen. Sich selbst als Ikaros begreifend will der Autor seine Sehnsüchte umsetzen, sich in den blauen Himmel schwingen - ungeachtet der Gefahren, vor denen ihn Daidalos, sein Vater, warnt. Zu diesen Gefahren gehören für den Theologen auch die traditionellen theologischen Argumente gegen Homosexualität. Dem vernichtenden Urteil Ikaros´ über diese Aussagen ist denn auch die Kapitelüberschrift vorgegeben: "Das Stirnrunzeln des Daidalos. Theologische Auseinandersetzung". Hier wird massiv sowohl gegen die biblische als auch naturphilosophische und dann vor allem gegen die kirchliche Position gegen Homosexualität argumentiert. überschriften wie "Natur - die Hure christlicher Moral" machen die Richtung deutlich. Der Schluß ist dann schwule Theologie pur: ”Mit den Schwingen des Ikaros. Visionen schwuler und lesbischer Christen.” Begriffe wie "Stigmatisierung" und "Exodus als Paradigma des Coming out" deuten hier verschiedene Themen an.
Peter Bürger: Da war unser Mund voll Lachen.
Befreiung für die Kirche und für Christen, die das gleiche Geschlecht lieben. Selbstverlag. Düsseldorf 1996.
Vorläufig letztes theologisches Buch zum Thema Homosexualität ist dieser Band des in Düsseldorf lebenden und arbeitenden alt-katholischen Theologen und Krankenpflegers Peter Bürger. Er selbst nennt den Stil des Buches "sachliche Polemik". Er ergreift natürlich Partei. Hier geht die Auseinandersetzung mit den traditionellen Argumenten gegen Homosexualität und die Ansätze schwuler Theologie ineinander über. Wird doch auch die schwule Theologie auf alte Traditionen zurückgeführt, die nur in Vergessenheit geraten sind (z.B. die vor allem ostkirchlichen Liturgien zur Segnung von Freundschaften). Die Erfahrung des Fremdsein in dieser Welt steht am Beginn, dann Passions- und Ostererfahrung. Nach der Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften und biblischen Mißdeutungen auch hier die kritische Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff. "Die Natur als Götze und das homosexuelle Tier". Das Kapitel endet mit der Frage: „Was ist deine Natur?” Die Kapitel zum Thema "Kirche" haben denn auch programmatische Überschriften:
Damit wird deutlich, daß hier zwei in den letzten Jahren in vielen Kirchen diskutierte Themen der lesbisch/schwulen AmtsträgerInnen und der Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften angesprochen sind. Wichtig scheint mir der Hinweis auf den Untertitel des Buches, daß es nicht nur um eine Befreiung der Homosexuellen geht, sondern auch um eine Befreiung der Kirche von der sie belastenden Homophobie. Den Band bereichern verschiedene Einzelbeiträge, größtenteils extra für das Buch geschrieben. Und diesen folgen verschiedene Segens-Agenden, von alten ostkirchlichen bis zu heutigen. Das Buch ist gut lesbar und hat eine Fülle von Anregungen und Ideen in sich. Es ist vom Autor auch zur Vorbereitung der Synode des Bistums der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland im Oktober 1997 in Mainz gedacht.
Christian Gremmels, Wolfgang Huber: Theologie und Freundschaft
Wechselwirkungen "Eberhard Bethge und Dietrich Bonhoeffer". Christian Kaiser Verlag. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994
Neben biografischen Artikeln über Dietrich Bonhoeffer sind von besonderem Interesse die Zeugnisse der Freundschaft von Bethge und Bonhoeffer (u.a. Briefe Bonhoeffers und das Gedicht "Der Freund" vom August 1944). Zugleich scheint eine Auseinandersetzung mit dem Bruderschaftsbegriff Bonhoeffer nicht uninteressant zu sein (vgl. hierzu die Schrift Bonhoeffers von 1939 "Gemeinsames Leben" und die Schriften im Umfeld des Predigerseminars in Finkenwalde).
Hans-Georg Wiedemann: Plädoyer für Männerfreundschaft
Kreuz Verlag, Stuttgart 1992.
Wiedemann, der neben seiner Tätigkeit in der Sexualberatung auch Männergruppen leitet, hat hier ein interessantes Buch zur Männerfrage geschrieben, das im Gegensatz zu vielen anderen Männerbüchern eben auch im kirchlichen Kontext steht. Und im Gegensatz zu dem amerikanischen Theologen Richard Rohr ist es handfester hier in der deutschen Situation verwurzelt. Neben der Frage, warum es eigentlich keine richtigen Männerfreundschaften wie bei Frauen gibt. Das Wort von der Homophobie, der Angst vor der körperlichen Nähe zum Freund und der Zärtlichkeit ihm gegenüber, wird ausgeführt. Nach einem Exkurs über Mann und Frau und das Thema Sexualität kommt der Autor zu wichtigen Kapiteln: der Auseinandersetzung mit biblischen Texten - so der David-und-Jonathan-Geschichte als Beispiel tiefer Freundschaft, der Schwierigkeit der Kirche mit Sexualität schlechthin und ihres Mißbrauchs der Bibel durch Heranziehung biblischer Texte (z.B. des Römerbriefes). Wiedemann zieht zudem ausführlich den Text des Gilgamesch-Epos heran, den er entsprechenden Texten des Alten Testamentes entgegensetzt. Auch greift er in den Schatz der Weltliteratur zum Thema Freundschaft, so Platons "Gastmahl" und der entsprechende Essay von Michel de Montaigne. Die alte Frage des Theologen Joseph Fletcher "Moral ohne Normen?" steht dann als Titel ohne Fragezeichen über dem letzten, 14. Kapitel des Buches. Und der Untertitel "lieben und loben" spricht von der Liebe - auch im Kontext der Bibel - die zugleich ein Lob Gottes ist, der ja selbst die Liebe ist.
Maria Hauser: Im Himmel kein Platz
Lebensgeschichten von homosexuell Liebenden. Edition Sandkorn Franz Steinmaßl, A – Grünbach 1994.
Die Geschichten, die die österreichische Autorin Maria Hauser hier erzählt betreffen homosexuelle Menschen, die vor allem ihrer Diskriminierung durch die Kirchen leiden. Engagiert nimmt sie Position. Titel wie "Der Glaube versetzt Berge" und "Lied nach der Predigt" zeigen den religiösen Kontext des Geschriebenen. Ergänzt wir dies durch einen Text des Liedermachers Klaus Hoffmann von 1987, Texte eines Gottesdienstes vom 24.6.1991 in Wien und "Thesen zur Homosexualität" und "Einige Bemerkungen zur Frage der Bewertung von Homosexualität in der Bibel" von Hans Georg Wiedemann
Eine aktuelle Adressenliste von schwulen Buchläden ist online zugänglich unter http://www.gaybooks.de/.