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Empörung über Äußerungen Benedikts XVI. |
[Letzte Aktualisierung: 01.12.2009] |
Mit Empörung reagiert die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. auf die Äußerungen von Benedikt XVI. bei der Eröffnung des Kongresses der Diözese Rom. Keine hundert Tage nach seiner Amtseinführung zeigt er mit seinen Ausführungen, dass er keinerlei Bereitschaft zur Anerkennung der sexualwissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten einhundert Jahre hat. Die pauschale Verurteilung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften als "unecht" und "Pseudo-Ehen" verletzt alle Schwulen und Lesben, die seit Jahren oder Jahrzehnten gemeinsam ihr Leben teilen.
Der Bischof von Rom hat in seiner Eröffnungsrede die Grundlinien der Familie aufzeichnen wollen. Gleichzeitig geriet diese Ansprache aber zu einer Grundsatzerklärung gegen andere Formen des Zusammenlebens, in der Menschen in der heutigen Zeit ihren Weg suchen. Nicht nur Lesben und Schwulen sprach er dabei die Fähigkeit ab, tragfähige und erfüllende Lebensgemeinschaften zu bilden.
"Sexualität soll der Mensch in die Person integrieren, damit er sich selbst einen Sinn geben kann - wenn dies aber Schwule und Lesben tun und ihre Homosexualität als Teil ihres Wesens akzeptieren, so soll es falsch sein!" legt Dr. Eric Leis, Vorstandsmitglied der HuK, den Widerspruch in den Worten Benedikt XVI. offen. Die Engführung der Sexualität auf ein reines Mittel zur Fortpflanzung leugne das Bedürfnis der Menschen nach der Erfahrung von Nähe und Geborgenheit in der Vereinigung mit einem anderen Menschen. "Sexualität als gute Gabe Gottes steht allen Menschen offen", so Dr. Leis weiter, "sie ist uns allen gegeben, in ihren unterschiedlichen Ausprägungen!" Wie die Sexualwissenschaft inzwischen deutlich bewiesen hat, ist homosexuelle Veranlagung weder krankhaft noch eine Sache der freien Wahl. Daher sei die "anarchistische Freiheit", sich entgegen der römischen Lehre zu seiner sexuellen Orientierung zu bekennen, auch als beispielhaftes Verhalten in christlicher Tradition zu verstehen.
Die HuK fordert Benedikt XVI. auf, die pauschalen Verunglimpfungen zu unterlassen und statt dessen eine offene Kirche zu gestalten, in die sich alle Menschen eingeladen fühlen können.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Thomas Wunsch (HuK-Vorstand)
Tel. 0162 / 9638657
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thomas.wunsch@huk.org
Dr. Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018
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