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Sind es "die Christen" gegen "die Homosexuellen"? |
[Letzte Aktualisierung: 01.12.2009] |
Es sind nur wenige, die den evangelikal orientierten Kongress "Psychotherapie und Seelsorge" (20.-24.5.2009, Marburg) wahrgenommen haben; bei manchen löst er aber ein intensives Engagement aus: Kongress-Gegner sprechen von einer "Menschenrechtsverletzung" (gegen Homosexuelle); die Evangelische Allianz spricht von "versuchtem Meinungsterror" (durch Homosexuelle). In einem ähnlichen Fall, dem "Christival" 2008 in Bremen, war davon zu lesen, dass sogar Meinungs- und Religionsfreiheit, dass das Christentum in Gefahr sei: "Steht auf, wenn Ihr Christen seid!" forderte damals Ulrich Parzany in einem viel gelesenen Artikel.
Es geht um einige Seminare (2-3 von 116), in deren Titel von Homosexualität gar nicht die Rede ist. Dies dürfte aber Taktik sein, denn die Referenten hatten sich in früheren Veröffentlichungen, u.a. bei einem Vorgängerkongress am gleichen Platz, sehr wohl zu der These von der Heilbarkeit und der Heilungsbedürftigkeit der Homosexualität bekannt. Es kann nicht bewiesen werden, dass diese Thesen auch jetzt vertreten werden sollen; in der Skepsis gegenüber den Positionen dieser ReferentInnen ist sich aber die Oekumenische Arbeitsgruppe "Homosexuelle und Kirche" (HuK e.V.) mit denen, die protestieren, einig und hat dies auch seit längerem auf ihren Webseiten dokumentiert.
Die HuK sieht allerdings die Gefahr, dass das von ihr gewünschte kritische Nachdenken in den Kirchen zum Thema Sexualität und Homosexualität in den Hintergrund tritt, wenn es nur noch um ein Zulassen oder Nicht-Zulassen von Meinungen geht, die sich wissenschaftlich längst disqualifiziert haben. Es gibt vermutlich auch noch ein paar Leute, die daran glauben, dass die Erde eine Scheibe ist: Solange sie nicht öffentliche Finanzmittel nutzen, um das zu vertreten, können und wollen wir sie nicht daran hindern. Die HuK setzt sich, zusammen mit befreundeten Gruppen, für eine Verkündigung des Evangeliums als befreiende Botschaft auch für Schwule und Lesben ein. Für den nötigen Diskurs darüber, für ein ernsthaftes Nachdenken in den Kirchen, wie es die HuK anstrebt, kann es ein Rückschlag sein, wenn "christlich" und "homosexuell" nur noch als miteinander unvereinbar angesehen wird.
Die HuK tut also zweierlei:
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr. Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018 (während des Bremer Kirchentags: 0160/92010564)
Email
presse@huk.org
Franz Kaern (HuK-Bundesvorstand)
Tel. 0341 / 2248084 (während des Bremer Kirchentags: 0176/21891115)
Email
franz@huk.org
Beide sind auch im HuK-Vorbereitungskreis für den Kirchentag aktiv; Franz Kaern ist dessen Sprecher. Reinhold Weicker hat verschiedene Texte zum Thema "Konversionstherapie/Umpolung" für die HuK-Webseiten geschrieben.