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Sexuelle Gewalt/Sexueller Missbrauch in den Kirchen

[Letzte Aktualisierung:18.07.2010 ]

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Presse

Stellungnahme der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), 18.07.2010

HuK-Vorstand zum Thema „Sexuelle Gewalt/Sexueller Missbrauch”

Stellungnahme

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. wurde in der letzten Zeit immer wieder zum Thema „Sexuelle Gewalt/Sexueller Missbrauch” angefragt. Der HuK-Vorstand fasst die Position des Vereins wie folgt zusammen:

Die Mitgliederversammlung der HuK hat im März 1997 eine klare Haltung zum Thema „Sexuelles Begehren von Erwachsenen gegenüber Kindern“ formuliert. Dieser Entscheid gilt weiter. Die Suche von Kindern nach Geborgenheit und Annahme durch Erwachsene kann und darf nicht durch solche Personen erfüllt werden, die eine erhebliche seelische Störung haben. Jegliche Tendenz, sich mit Pädosexuellen zu solidarisieren, weil auch Homosexuelle früher ausgegrenzt, pathologisiert und psychiatrisiert wurden, ist abwegig.

Jahrzehntelang wurde über das Thema „Sexuelle Gewalt/Sexueller Missbrauch in den Kirchen“ geschwiegen. Die HuK hat sich gemeinsam mit den befreundeten Organisationen Initiative Kirche von unten und Wir sind Kirche mit dem Problem der Gewalt, auch der sexuellen Gewalt, befasst. Zusammen mit IKvu und Leserinitiative Publik hat die HuK beim Katholikentag 2008 eine Veranstaltung mit dem Titel „Das Schweigen brechen. Sexuelle Gewalt in der Kirche“ durchgeführt.

Die HuK fordert die Kirchen zu einer radikalen Umkehr auf. Einvernehmliche Sexualität, auch Homosexualität, ist eine gute Gabe Gottes. Die Kirchen sollten Menschen ermutigen, dieses Geschenk anzunehmen und Sexualität verantwortlich zu leben.

Die Kirchen brauchen qualifizierte MitarbeiterInnen (hierzu zählt neben fachlicher auch menschliche Qualität, Reflexionsfähigkeit und -bereitschaft), ein vernünftiges Amtsverständnis sowie kritische Frauen, Männer und Kinder im Volk Gottes. Durch eine veränderte Kirchenstruktur (geschwisterliche Kirche) sowie eine radikale Reform der MitarbeiterInnenausbildung wie auch der Amts- und Machtstrukturen können gewalttätige Übergriffe verhindert werden. Da viele solcher Übergriffe geschehen sind, fordern wir die Kirchen zur rückhaltlosen Aufklärung und zur Wiedergutmachung auf. Hierzu gehören ein Eingeständnis der gemachten Fehler und die Bereitschaft zum Gespräch mit Opfern.

Auf die Behauptung, sexuelle Gewalt habe mit Homosexualität zu tun, sowie auf die Diffamierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und  Queers werden wir auch künftig reagieren, unabhängig davon, wer uns zu diffamieren versucht und mit welchen Mitteln dies geschieht. Zu einem fairen öffentlichen Disput sind wir jederzeit bereit.


Erklärung der HuK-Mitgliederversammlung vom 08.03.1997 zur „Pädosexualität”

„Missbrauch und Ausbeutung von Kindern findet auf verschiedenste Weise statt. Sexuelle Kontakte Erwachsener mit Kindern stellen nur eine Form möglichen Missbrauchs dar. Wir wehren uns gegen eine Einengung der Missbrauchsdiskussion auf die Sexualität.

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. ist sich einig darüber, dass Sexualität zwischen Menschen grundsätzlich nur im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden soll. Zwischen Kindern und Erwachsenen liegt ein strukturelles Machtgefälle vor, weil Kinder auch emotional von Erwachsenen abhängig sind. Außerdem ist das Verständnis der Bedeutung von Sexualität und der sozialen Tragweite sexueller Beziehungen bei Kindern und Erwachsenen verschieden (ungleicher Informationsstand). Daraus folgt, dass es ein gleichwertiges und daher gleichberechtigtes Einvernehmen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht geben kann.

Nach unserer Überzeugung ist es Missbrauch, wenn Erwachsene ihre Macht- und Autoritätsposition sowie ihren Wissensvorsprung ausnutzen, um ihre eigenen Bedürfnisse auf Kosten von Kindern zu befriedigen. Unsere Ablehnung der Pädosexualität beruht daher nicht auf Verdammung der sexuellen Lust, sondern auf der Verurteilung des in dieser Situation einhergehenden ‚Missbrauchs’, der emotional, körperlich oder sexuell geschehen kann.

Wir haben Berichte  wahrgenommen, dass Einzelne als Kind sexuelle Beziehungen zu Erwachsenen hatten und diese auch rückblickend als positiv empfinden. Dennoch lehnen wir Pädosexualität ab, weil Schädigungen an Kindern nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden können. Der Schutz der Schwächeren muss Vorrang haben!“



Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

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