HuK-Startseite

  Pressemitteilung (20.09.1999)  

[Letzte Aktualisierung: 01.12.2009 ]

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Presse

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Pressemitteilung (20. Sept. 1999)
Weihe

Erwartungen an Bischofskonferenz
Aussagen zur Weihe schwuler Priesteramtskandidaten
Kritik an Abschlußbericht der Arbeitsgruppe

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. erwartet von der am Montag beginnenden Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz öffentliche Aussagen zur Weihe schwuler Priesteramtskandidaten. Gleichzeitig kritisiert sie den Anfang September bekanntgewordenen Abschlußbericht der Arbeitssgruppe zu diesem Thema. Allgemeine Aussagen zur Homosexualität in diesem Bericht sind weiterhin geeignet, Schwule und Lesben in den Gemeinden zu diskriminieren.

Nachdem der Ständige Rat der Bischofskonferenz dem Abschlußbericht einer Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz, die vor zwei Jahren zur Klärung des Verhältnisses von Homosexualität und geistlichen Berufen eingesetzt wurde, zugestimmt hat, erwartet die HuK auf der Herbst-Vollversammlung nun eine öffentliche Stellungnahme, zumal die grundlegenden Aussagen zur Homosexualität nicht nur für geistliche Berufe von Bedeutung sind. Gleichzeitig kritisiert die HuK den verheimlichenden Umgang mit dem Papier, welches nach dem Willen der Bischöfe nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein soll, als neuerlichen Ausdruck des gespaltenen Verhältnisses der römisch-katholischen Amtskirche zur menschlichen Sexualität.

In dem Anfang September auszugsweise bekanntgewordenen Abschlußbericht wird für schwule Priesteramtskandidaten in der Orientierung ihrer Sexualität kein grundsätzliches Weihehindernis gesehen. Auch wird Homosexualität klar von Pädophilie und Ephebophilie getrennt. Insofern begrüßt die HuK die Aussagen, werden damit doch einheitliche Weihekriterien für alle Bistümer festgelegt. Jedoch sieht die HuK in den Bedingungen, die an die Lebensführung geknüpft werden, die Möglichkeit, Schwule besonders zu kontrollieren und hierdurch auszugrenzen.

Widersprüchlich sind die Passagen, die einerseits eine stabile Persönlichkeit unter Berücksichtigung der sexuellen Aspekte fordern, andererseits aber im Coming Out eines Priesteramtskandidaten ein Weihehindernis sehen. Ansatzweise werden Erkenntnisse der Humanwissenschaften berücksichtigt, jedoch wird bei den Schlußfolgerungen weiterhin die leibfeindliche Morallehre als maßgebend angesehen. Auf Kritik stößt auch die Unterscheidung der verschiedenen Arten von Homosexualität, durch die die anlagebedingte Homosexualität als überwiegend vorzufindende sexuelle Orientierung zu stark relativiert wird.

Besonders abgelehnt werden die Passagen, in denen Homosexualität als minderwertige Variante der Sexualität bezeichnet wird. Die HuK sieht sehr wohl die Möglichkeit zur leib-seelischen Ergänzung, die zu gelingenden Partnerschaften sowohl bei lesbischen als auch bei schwulen Paaren führt. Die gegenseitige Annahme und Bestärkung bewirke auch hier gerade unter Berücksichtigung der Sexualität eine Entfaltung der Lebensmöglichkeiten.

Grundsätzlich sieht die HuK in den Aussagen des Abschlußberichtes keine Abweichung von den Verlautbarungen der letzten Jahre. Sie fordert daher endlich eine neue Sicht der menschlichen Sexualität und der Homosexualität, wie dies in der aktuellen Ausgabe des Lexikons für Theologie und Kirche vorzufinden ist. Sie bedauert, daß die dort vorzufindenden Bewertungen der Homosexualität wieder einmal nicht berücksichtigt wurden.


Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email: presse@huk.org