Fundamentalismus

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia definiert Fundamentalismus als „eine Überzeugung, die sich zu ihrer Rechtfertigung auf eine Grundlage beruft, die auf einer Letztbegründung beruht. Im weitesten Sinne wird als fundamentalistisch eine religiöse oder weltanschauliche Bewegung bezeichnet, die eine Rückbesinnung auf die Wurzeln einer bestimmten Religion oder Ideologie fordert, welche notfalls mit radikalen oder teilweise intoleranten Mitteln durchgesetzt werden soll.” Fundamentalismus ist also grundsätzlich rückwärts gewandt. Er leugnet oder verdammt Entwicklungen, die seit einem als „rein” gedachten Ursprungs-Zeitpunkt geschehen sind. Diese Entwicklungen werden für Verwirrung, Verunreinigung, Chaotisierung dieses ursprünglichen Idealzustandes – ob dieser nun so tatsächlich existiert haben mag oder nicht – verantwortlich gemacht.
Im Hinblick auf das Thema Homosexualität scheinen religiöse Fundamentalisten davon auszugehen, dass es zu diesem Ursprungs-Zeitpunkt ein Phänomen wie Homosexualität noch nicht gegeben hat, ja, dass dieses ein Zeichen des Verfalls, der Dekadenz einer Gesellschaft, kurz: der abgrundtiefen Sündhaftigkeit darstelle. Deshalb wird Homosexualität in fundamentalistischen Religionen oder Religionsgemeinschaften vehement bekämpft, sei es im radikalen (radix = Wurzel!) Islam, in den orthodoxen Kirchen, aber auch in der heutigen, an sich aufgeklärten christlichen Kirche.
Insbesondere hat die HuK immer wieder mit einer Ausprägung des christlichen Fundamentalismus zu tun, wie er sich in einigen evangelikalen Gruppen äußert. Deshalb können Sie auf dieser Seite insbesondere Texte zu evangelikalen Themen finden. Eigene Texte aus den Reihen der HuK werden ergänzt durch Links auf Quellen evangelikaler Organisationen und einzelner Wortführer. Wir wollen damit den Einblick in die Gedankenwelt und Argumentationsweisen evangelikaler Hardliner im Kampf gegen gelebte und gesellschaftlich anerkannte Homosexualität ermöglichen.

CSD Stuttgart 2009 Gegendemo der PiusbrüderschaftDabei sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die HuK nicht die Ansicht vertritt, jede Äußerung von Evangelikalismus sei fundamentalistisch. In der HuK selbst gibt es eine Reihe von Mitgliedern mit pietistisch-evangelikalen Wurzeln. Manche haben sich davon – nicht ohne Schmerzen! – entfernt. Anderen sind diese Wurzeln in ihrem Leben weiter wichtig geblieben, sicher nicht zuletzt deshalb, weil sie in ihrer Kindheit damit durchaus positive und wenige bis keine negativen Erfahrungen gemacht haben. Evangelikal zu sein kann einfach einen bestimmten Frömmigkeitsstil beinhalten, eine Vorliebe für besondere Formen, Gottesdienste zu feiern, zu beten, Lieder zu singen. Dies muss prinzipiell möglich sein, solange der Glaube nicht fordert, andere Menschen auszugrenzen, die dem eigenen Menschenbild, der eigenen Glaubensvorstellung nicht entsprechen. Sobald dies aber geschieht, sehen wir fundamentalistische Tendenzen, gegen die sich die HuK verwahrt.

 

  1. Grundsätzliche Texte zum Thema

  2. Texte zu bestimmten Anlässen / Organisationen / Personen

    • Reaktionen der damaligen HuK-Göttingen auf eine homophobe Flugblattaktion der Gruppe Christen für Wahrheit an der Universität Göttingen 1994.
    • Auseinandersetzungen um die Predigt Sie tun nicht, was sie wissen des evangelikalen Predigers Ulrich Parzany vom 18.02.2007 in einer Predigtreihe „Gottesdienste als Entdeckungsreise” in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.
    • Franz Kaern: Soll man mit Evangelikalen reden? Diskussionsprotokoll einer Arbeitsgruppe bei der HuK-Frühjahrstagung 2007 in Höchst/Odenwald.
  3. Links zu Texten im Internet

  4. Sonstiges

    • Fragen Sie Dr. Laura: Jeden Satz der Bibel wörtlich nehmen – Fragen an Fundamentalisten (Satire).

 

Im Folgenden haben wir Ihnen eine Reihe von Links zu evangelikalen Gruppen, die sich mit Homosexualität beschäftigen, und deren Texten zusammengestellt. Manche sind so grotesk, dass man/frau darüber lachen könnte, wenn es nicht zum Weinen wäre. Manche Texte treiben einem die Zornesröte ins Gesicht, andere Tränen in die Augen. Sie können entweder die Webseiten durchforsten oder direkt Texte lesen, die wir für Sie gezielt verlinkt haben.

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