Pressemitteilung vom 09.01.2014

Die Zeit ist reif: Mutiges Coming-out auch in den Kirchen notwendig

Zum Coming-out des Fußballers Thomas Hitzlsperger erklärt Markus Gutfleisch, Sprecher der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche:

Thomas Hitzlsperger hat es gewagt: Er steht dazu, dass er auf Männer steht. Mit ähnlichen Schritten hatten die Leichtathletin Nadine Müller und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ihre lesbischen Partnerschaften bekannt gemacht. Die Kirchen hingegen, vor allem die römisch-katholische, bleiben streckenweise für offen lebende Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und Intersexuelle ein schwieriger Ort. Zwar hat sich an der kirchlichen Basis in den letzten Jahren einiges getan, aber Kirchenobere zögern, schweigen, vertagen – auch heute noch.

Für uns in den christlichen Regenbogengruppen ist Coming-out manchmal ein mühevoller, letztlich aber befreiender und Stärke vermittelnder Akt. Innerhalb der Gruppen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-Menschen und Intersexuellen haben sich Vielfalt und Solidarität entwickelt, und wer sein eigenes Coming-out geschafft hat, engagiert sich oft für Andere.

Diese Erfahrung wünschen wir auch für Christinnen und Christen. Wir freuen uns, wenn sich eine Kirchentagsmitarbeiterin, ein Bischof, ein Caritas-Geschäftsführer oder Ordensoberer zum Schritt in die Öffentlichkeit entscheiden. Sie könnten Vorbild werden. Damit deutlich wird, dass Liebe nicht nur den Armen und Benachteiligten gilt, sondern auch der Frau oder dem Mann an meiner Seite. Kirchen, in denen der Mensch im Mittelpunkt steht, müssen Frauen und Männern auf der Suche nach ihrem Weg Mut machen. Damit Menschen wie der Fußballer Hitzlsperger künftig sagen: Glaube und Alltagserfahrung passen zusammen, und in der Kirche gibt’s Unterstützung. Dank vieler Menschen, die sich trauen: Junge, Alte, Hetero-, Homo-, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle.

 


 

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