Pressemitteilung vom 26.06.2014

Ankunft wird demnächst erwartet

HuK zum Vorbereitungsdokument der römisch-katholischen Kirche für die Familiensynode 2014/2015

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche begrüßt, dass zu ersten Mal ein offizielles Dokument der katholischen Kirche von einem respektvollen Umgang mit homosexuellen Frauen und Männern spricht. Respekt ist deutlich mehr als die seit 1992 gebräuchliche Formulierung „Achtung, Mitleid und Takt”. Ja, im Vorbereitungsdokument für die Bischofssynode im Oktober werden sogar die Begriffe „schwul” und „lesbisch” verwendet. Die weltweite Umfrage unter Katholikinnen und Katholiken nimmt auch klar in den Blick, dass zu den Partnerschaften von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-Menschen und Intersexuellen selbstverständlich Sexualität gehört. Die Forderung, dass sich Theologie im Dialog mit Humanwissenschaften weiterentwickeln muss, findet ebenfalls große Zustimmung bei der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche.

Markus Gutfleisch, Sprecher der ökumenischen Gruppe, hat den Eindruck, die katholische Kirche wolle in der Gegenwart ankommen, aber noch nicht sofort. Er entdeckt schwere Mängel des Papiers aus Rom: „Es blendet aus, dass viele Lesben und Schwule sehr glücklich leben, dass Kinder in Regenbogenfamilien ein gutes Zuhause haben und die heterosexuelle Ehe sowie die Gesamtgesellschaft sogar gewinnen, wenn Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und Intersexuelle in vergleichbaren Lebensformen gleiche Verantwortung übernehmen.” Ärgerlich findet es Gutfleisch, dass in einer „Pastoralen Leitlinie” zwischen denjenigen Homosexuellen, die im Stillen leben, und jenen, deren Verhalten manchmal „aggressive Züge” trage, unterschieden werde. „So etwas ist unerträglich. Es zeigt, dass in den Kirchen noch viel mehr Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen und Intersexuelle selbstverständlich auftreten und ihre Rechte einfordern müssen”, meint Gutfleisch, denn: „Das Sekretariat der römischen Bischofssynode ist offenbar der Meinung, man müsse junge Menschen vor der Gendertheorie ebenso bewahren wie vor dem ‚Phänomen der Homosexualität’.”

 


 

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