Pressemitteilungen

Homosexuelle Liebe anerkennen

Netzwerk katholischer Lesben und Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche zur Familiensynode der katholischen Kirche

Vom 4. bis 25. Oktober 2015 findet in Rom der zweite Teil der Bischofssynode „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute” statt. Dazu erklären Manuela Sabozin vom Netzwerk katholischer Lesben (NkaL) und Markus Gutfleisch von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK):

Farbe bekennen, so muss das Motto für die internationale Diskussion jetzt heißen. Denn die katholische Kirche hat viel Vertrauen verloren. Diejenigen, die in dieser Kirche etwas verändern wollen, müssen theologisch erklären, warum das notwendig ist. Wir erwarten von der Synode und von Papst Franziskus klare Worte gegen die Ausgrenzung von Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen (LSBT). Wenn ein Ruck durch die Kirche gehen soll, mit dem sie glaubwürdiger wird, muss Schluss sein mit dem Gerede von homosexuellen Tendenzen. Es geht um Liebe.

Katholische LSBT stehen im Mittelpunkt kirchlicher Diskussionen und Papst Franziskus will offene Debatten. Das ist gut so. Die zweite weltweite Umfrage zur Vorbereitung der Synode machte große Unterschiede im Leben von Homosexuellen in der Kirche deutlich, die sich schon im letzten Jahr angedeutet hatten. Das jetzige Vorbereitungsdokument spricht wieder von „Personen mit homosexuellen Tendenzen”. Diese abstrakte Formulierung vernebelt, dass Lesben und Schwule ganz normal zur Kirche gehören. Das Dokument behauptet, auf die Kirche werde Druck in Sachen Einführung der Homo-Ehe ausgeübt, damit Entwicklungshilfe in bestimmte Länder fließt. Konkrete Belege dafür gibt es nicht. Der aktuelle Vorbereitungstext schafft keinerlei positiven Blick auf lesbische und schwule Partnerschaften, sondern bleibt in Abgrenzungen stecken.

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen werden in Rom nicht beteiligt. Dabei wäre es dringender als je zuvor, dass die Synodenbischöfe den Dialog mit ihnen und ihren Familien führen. In vielen Ländern sind Homosexualität und Transsexualität strafbar; LSBT sind Opfer von Gewaltverbrechen. Die Synode muss Position für die weltweiten Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen beziehen. Nicht aus Barmherzigkeit, sondern mit der Bereitschaft zu echter kirchlicher Umkehr. Eine Kirche, die gegen Armut und Ungerechtigkeit eintritt, darf nicht LSBT und ihre Lebensweise bekämpfen.

 


 

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