Pressemitteilungen

Papst Franziskus geht auf Schwule und Lesben zu

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche zur Papst-Forderung

Das gab es noch nie: Papst Franziskus fordert die katholische Kirche auf, Homosexuelle um Entschuldigung zu bitten. Für die Ausgrenzung, die sie erlebt haben. Er bekräftigt, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden dürfen, sondern mit Respekt zu behandeln sind. Die Kirche habe die Aufgabe, ihnen Begleitung in der Seelsorge anzubieten. Franziskus knüpfte bei einer Pressekonferenz im Flugzeug an seine Worte aus dem Jahr 2013 an. Die zentrale Aussage des Papstes lautet: „Wenn ein Mensch so fühlt und dabei guten Willens ist und Gott sucht, wer sind wir, um zu urteilen?” Das katholische Kirchenoberhaupt stellt sich in diesen Tagen auf die Seite derer, die nicht zögern, zu benennen, dass beim Terroranschlag in Orlando die meisten Opfer Homosexuelle waren.

Markus Gutfleisch, Sprecher der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), begrüßt, dass Franziskus der Kirche den Weg weist, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen um Entschuldigung zu bitten. „Der Papst öffnet damit die Tür weit”, so Gutfleisch. „Gläubige Homosexuelle warten seit vielen Jahren auf ein deutliches Zeichen von einem Papst, damit eine umfassende Versöhnung der katholischen Kirche mit Schwulen und Lesben möglich wird.”

„Der Papst hat ein Beispiel gegeben, dem in der Kirche hoffentlich viele folgen werden”, sagt Michael Brinkschröder, Leiter des HuK-Projekts „Gleichberechtigung für Schwule und Lesben in der katholischen Kirche.” „Da auch die evangelische Kirche sich mit der Aufarbeitung ihrer Schuldgeschichte gegenüber Schwulen und Lesben auseinandersetzt”, so Brinkschröder weiter, „läge es nahe, wenn die beiden Kirchen jetzt gemeinsam ein umfassendes Forschungsprojekt auf die Beine stellen würden, um ihre Schuldgeschichte aufzuarbeiten.”

Markus Gutfleisch fordert, dass der Papst sein Programm der Offenheit und Barmherzigkeit weiter denkt: „Wenn die katholische Kirche homosexuelle Menschen mit Respekt betrachtet, dann gehören auch die Partnerschaften von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*-Menschen dazu. Leider sind diese im jüngsten Lehrschreiben des Papstes gerade nicht anerkannt worden.”

 


 

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