Vernetzung christlicher LGBTQ-Gruppen in Deutschland

Vernetzungskongresse

Die christlichen LGBTQ-Gruppen Deutschlands führen gemeinsam die „Kongresse zur Vernetzung christlicher Lesben- und Schwulengruppen” – kurz: Vernetzungskongresse – durch. Sie dienen nicht nur der Arbeit an konkreten Projekten, sondern bieten auch Zeit und Ort zum Kennenlernen, Reden, Feiern von Festen und Gottesdiensten. Bisher haben folgende Kongresse stattgefunden:

Der nächste Vernetzungskongress ist für den Oktober 2014 geplant.

 

Strukturierte Zusammenarbeit

Logo der HMSAm 12.–13.01.2013 fand im Stephansstift Hannover das zweite „kleine” Vernetzungstreffen statt. Es waren insgesamt 16 Delegierte von Lesben und Kirche, Labrystheia, Netzwerk katholischer Lesben, Maria-und-Martha-Netzwerk, Lesben in der Kirche, AG Schwule Theologie, Zwischenraum, Queerubim, Queergottesdienst München, Projekt Schwul und Katholisch Frankfurt, Schwul-lesbicher Stammtisch Dresden und der HuK dabei.

Es begann mit einer aktuellen Runde und Berichten aus den Netzwerken und Vereinen und einem Bericht von Jessica über den aktuellen Stand der Planungen für den Kirchentag in Hamburg.

Schild am StephansstiftDanach erklärten die Referent_innen, Wielie Elhorst und Heleen de Boer, wie die Koordination der christlichen LSBT-Gruppen durch den LKP in den Niederlanden funktioniert. Der LKP ist eine unabhängige Dachorganisation mit ca. 20 regionalen, nationalen und lokalen Gruppen und Organisationen, die insgesamt ungefähr 2.000 Mitglieder haben. Ihr Ziel ist ein gleichberechtigter Platz in der Gesellschaft und besonders in den Kirchen. Die Tätigkeit des achtköpfigen ehrenamtlichen Vorstands besteht vor allem in Dienstleistungen für die Mitgliedsgruppen und darin, Stimme für christliche LSBT in der Community, in den Kirchen und in der Gesellschaft zu sein. In den letzten Jahren haben sie verschiedene Projekte organisiert, beantragt und durchgeführt: Das LCC-Projekt befasste sich mit Religionsunterricht, Empowerment im Arbeitsumfeld und einer gesteigerten Sichtbarkeit durch das „Holy Boat” auf der Pride Parade in Amsterdam. Das Nachfolgeprojekt hat jetzt sogar eine Teilzeitstelle durch die niederländische Regierung finanziert. Andere Projekte waren der Dialog mit Muslimen über Homosexualität, Religion und Ethik und die IDAHO-Erklärung von 17 Kirchen gegen homophobe Gewalt.

Die Arbeit des LKP ist nur auf Inhalte ausgerichtet und finanziert sich über Spenden und Projektmittel, wohingegen die angeschlossenen Gruppen nichts bezahlen. Der Vorstand, in den man berufen wird, ist möglichst repräsentativ zusammengesetzt, aber nicht alle Gruppen sind darin vertreten. Die Öffentlichkeitsarbeit durch den LKP funktioniert, weil er sich über Jahre das Vertrauen dafür erarbeitet hat.

Nach einer Fragerunde reflektierten die Teilnehmer_innen in einem World Café, wie dieses Modell auf die Situation in Deutschland übertragen werden kann, und kamen zu dem Ergebnis, dass eine Koordination grundsätzlich auch in Deutschland sinnvoll und erstrebenswert ist. Die näheren Details sollen nach Rücksprache mit den Gruppen im Rahmen der Vorbereitung des nächsten Vernetzungskongresses in Bielefeld (Oktober 2014) erarbeitet werden. Nach Berichten aus dem Katholischen Komitee und dem European Forum, haben die Teilnehmer_innen daher die Planung für Bielefeld in Angriff genommen und organisiert.

DieVeranstaltung wurde gefördert durch die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung.

 

Links

Besucher: 1425773