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In ĂŒber 70 LĂ€ndern der Welt sind gleichgeschlechtliche Handlungen derzeit strafbar, in vielen dieser LĂ€nder hat die katholische Kirche einen großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Die Strafen reichen von Geldstrafen ĂŒber mehr-jĂ€hrigen Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe.

 

 

In der Ausstellung "Verschaff mir Recht" berichten LGBTs von ihrer Kriminalisierung durch Staat und Kirche in ihren HeimatlĂ€ndern. Dort werden sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder GeschlechtsidentitĂ€t wie Verbrecher behandelt, oder mĂŒssen versteckt und in Angst leben. Ein glĂŒckliches und normales Leben ist fĂŒr sie dadurch fast unmöglich.

Die Ausstellung wurde im Auftrag der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. im Rahmen des Projekts „Gleichberechtigung von LSBT in der katholischen Kirche“ erstellt.

 

 

 


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Jijo Kiriakose, Indien

„Es ist schwer, offen schwul und gleichzeitig christlich zu sein“

„Endlich sind LGBT-Menschen auch in Indien gleichwertige BĂŒrger!“

Jijo Kiriakose aus Indien leitet eine LGBT-Selbsthilfegruppe. Er will, dass Glaube und HomosexualitÀt nicht mehr als Widerspruch angesehen werden.

„Bis vor Kurzem war gleichgeschlechtlicher Sex in Indien noch strafbar. Der Paragraf 377 stammte noch aus der britischen Kolonialzeit. Auch, wenn es in den letzten Jahrzehnten kaum Verurteilungen gab - die Kriminalisierung machte das Coming-out zu einer echten Gefahr, vor allem gesellschaftlich. Im September 2018 wurde dieser fast 160 Jahre alte Paragraf endlich abgeschafft. LGBT-Menschen gelten jetzt vor dem Gesetz als gleichwertige BĂŒrger des Landes. Wir sind alle unendlich glĂŒcklich darĂŒber! Trotzdem ist Diskriminierung immer noch ein Problem, ganz besonders im religiösen Kontext: Es ist schwer, offen schwul und gleichzeitig christlich zu sein. Es ist sehr schade, dass es in Indien keine UnterstĂŒtzung von der Kirche oder von den Gemeinden gibt. Ich hoffe, das Ă€ndert sich bald!“

   

Alicia Nalunkuma, Uganda

„Es gibt keine Gesetze, die uns schĂŒtzen.“

„Es ist nicht schlimm, Transgender zu sein. Es ist nur schlimm, ĂŒberall ausgeschlossen und diskriminiert zu werden.“

Alicia Nalunkuma aus Uganda ist als Junge geboren, fĂŒhlte sich aber immer schon als MĂ€dchen. Seit ihrer Kindheit ist sie massiver Gewalt und Ablehnung ausgesetzt, auch von der staatlichen Polizei. Die Lage verschlimmerte sich in den letzten Jahren. Anfang 2019 erhielt sie Asyl in Deutschland. Herzlich willkommen, liebe Alicia!

„Ich fĂŒhlte mich schon in meiner Kindheit als MĂ€dchen. Das GefĂŒhl selbst war eigentlich vollkommen okay, schlimm daran war nur, ĂŒberall ausgeschlossen und diskriminiert zu werden, egal wo man hinkommt. Weil ich mich nicht wie ein normaler Junge benehmen konnte, wurde ich von jeder Schule geschmissen. Als ich 14 Jahre alt war, hatten es meine Eltern satt. Sie gaben mich in ein Waisenhaus und verschwanden aus meinem Leben.
In Uganda gibt es eine starke Kriminalisierung von LGBT-Personen, aber fĂŒr Transgender-Leute ist es noch schlimmer. Es gibt keine Gesetze, die uns irgendwie schĂŒtzen. Ich bin sehr dankbar und glĂŒcklich, jetzt in Deutschland in Sicherheit zu sein.“

   

Davis Mac-Iyalla, Nigeria

„Ich sehe die Kirche als einen Ort fĂŒr alle.“

„Die Kirche verĂ€ndert sich nicht dadurch, dass man sich von ihr abwendet.“

Davis Mac-Iyalla aus Nigeria ist ein aktives Kirchenmitglied. Weil er schwul ist, muss er jeden Tag neu fĂŒr Akzeptanz kĂ€mpfen.

„Homosexuelle in Nigeria leben immer in Angst. Es sind vor allem die religiösen OberhĂ€upter, die im ganz Land Hass schĂŒren gegen Homosexuelle. Weil die Kirche aber einen großen Einfluss auf die Medien hat, sehen auch nicht-glĂ€ubige Menschen Schwule und Lesben als Bedrohung.

Ich glaube an Gott und war immer ein engagiertes Kirchenmitglied. Doch mit meinem Coming-out ließ mich meine Gemeinde im Stich. Selbst, als ich verprĂŒgelt und beleidigt wurde, nahmen sie mich nicht in Schutz, ganz im Gegenteil: ich sei ein SĂŒnder und solle zur Hölle fahren. Das tat sehr weh. Ich hatte damals Momente, in denen ich mir wĂŒnschte, niemals geboren zu sein. Trotzdem habe ich mich nicht abschĂŒtteln lassen: Ich bin jetzt wieder sehr aktiv in der Gemeinde. Ich glaube, dass die Kirche sich nicht dadurch verĂ€ndert, dass man sich von ihr abwendet.

 

 

 


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In ĂŒber 70 LĂ€ndern der Welt (Afrika, Asien, Karibik, Pazifikraum) sind gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen MĂ€nnern strafbar, in 47 Staaten auch weibliche HomosexualitĂ€t. Die Gesetzgebung kriminalisiert diese Menschen und trĂ€gt dazu bei, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LSBT) Gewalt und Verfolgung ausgesetzt sind, auch durch Katholiken – GlĂ€ubige und Priester. Es wird gefordert, dass auch die katholische Kirche sich öffentlich gegen Gesetze ausspricht, die LSBT-Menschen unterdrĂŒcken. Die Kirche muss fĂŒr sich klĂ€ren, ob sie ihre moralische Ablehnung von homosexuellen Handlungen mit Mitteln staatlicher Gewalt durchsetzen will, oder ob sie sich als Verteidigerin der Menschenrechte engagiert. In der Dokumentationsausstellung sprechen zehn glĂ€ubige LSBT-Menschen ĂŒber Auswirkungen der Kriminalisierung auf ihr Leben.

Die Ausstellung besteht aus 13 einseitig bedruckten Roll-ups, die selbstĂ€ndig stehend in einem Raum aufgestellt werden können. FĂŒr den Umfang der Ausstellung sind mindestens 70 bis 80 qm RaumgrĂ¶ĂŸe sinnvoll.

Auf den ersten drei Roll-ups werden die Hinter- und BeweggrĂŒnde der Ausstellung erlĂ€utert. Diese werden durch ein Statement von Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, Professor fĂŒr Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Friedrich-Alexander UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg und UN-Sonderberichterstatter fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfreiheit von 2010−2016, ergĂ€nzt.

Auf den folgenden 10 Roll-ups sprechen zehn Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender aus neun LĂ€ndern ĂŒber die Auswirkungen der Kriminalisierung auf ihr Leben. Sie waren Teilnehmer und Teilnehmerinnen der 2. Versammlung des Global Network of Rainbow Catholics 2017 in Dachau. Sie erzĂ€hlen u.a. von willkĂŒrlichen Schikanen durch die Polizei, brutalen Erniedrigungen durch gewalttĂ€tige Mobs, grundlosen Entlassungen durch Arbeitgeber und dem Rauswurf aus der Schule durch ihre Schulleiter, aber auch von Höllenpredigten in ihren Kirchengemeinden.

Die Ausstellung kann ausgeliehen werden. Es gibt es in zweifacher Ausfertigung. Zur Ausstellung gibt es begleitend eine BroschĂŒre (DIN A4-quer), in der die Texte und Statements, die in der Ausstellung zu sehen sind, in ausfĂŒhrlicherer Form abgedruckt sind und die den interessierten Besucher*innen der Ausstellung mit nach Hause gegeben werden können.

Die BroschĂŒre und die Ausstellung “Verschaff mir Recht!” können zum Porto- bzw. Transportkostenpreis in der GeschĂ€ftsstelle der HuK bestellt werden. Gerne senden wir Ihnen auch eine einzelne BroschĂŒre zur Ansicht zu.

Haben Sie Interesse an der Ausstellung? Dann wenden Sie sich an:

GeschÀftsstelle HuK e.V.
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.
Vordere Cramergasse 11 · 90478 NĂŒrnberg
Telefon: +49 (0) 911 80 19 77 28
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Bankverbindung:

GLS Gemeinschaftsbank e.G.
IBAN DE04 4306 0967 4095 1935 00
BIC GENODEM1GLS


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Zeitraum
Ort
Einrichtung
09.02.19 bis 13.03.19 Oldenburg Forum St. Peter
Peterstr. 22-26 - 26121 Oldenburg
15.03.19 bis 05.04.19 Frankfurt Katholische Erwachsenenbildung
im Haus am Dom
Domplatz 3 - 60311 Frankfurt
01.05. bis Anfang Juni SaarbrĂŒcken Katholische Kirchengemeinde Sankt Martin
SaarbrĂŒcker Straße 72a - 66130 SaarbrĂŒcken
11.05.19 bis 10.06.19 Berlin St. Christophorus-Kirche,
Nansenstr. 4-7 - 12047 Berlin
16.06.19 bis 23.06.19 Dortmund Evangelischen Kirchengemeinde Hörde
Wellinghofer Str. 21 - 44263 Dortmund
Tel.: 0231-3950338
28.06.19 bis 20.07.19 Wislikofen Aargau (CH) Propstei Wislikofen
5463 Wislikofen SUISSE
Telefon 056 201 40 40
22.07.19 bis 10.08.19 Basel (CH) Offene Kirche Elisabethen
Elisabethenstrasse 10-14 - 4051 Basel SUISSE
21.08.19 bis 27.09.19 Darmstadt Das Offene Haus
Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt
Rheinstr. 31 - 64283 Darmstadt