DĂŒsseldorf, 18. Mai 2026 – Die Hochschule RheinMain legte am 12. Mai 2026 im Auftrag der Evangelischen Kirche Rheinland die Studie „MĂ€nnerfreundschaften“ – Sexualisierte Gewalt an MĂ€nnern und Jungen in der DĂŒsseldorfer Markus-Kirchengemeinde und der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) vor.

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. unterstĂŒtzte die Studie intensiv und stellt fest: Es handelte sich um systematischen Macht- und geistlichen Missbrauch mit sexualisierter Gewalt, vorrangig an Erwachsenen, aber auch an MinderjĂ€hrigen.

Zentrale Erkenntnisse:

Hans-Georg Wiedemann, Pfarrer in der Markus-Gemeinde und aktives HuK-Mitglied, nutzte seine vielfĂ€ltigen Rollen (Seelsorger, Therapeut, Lehrbeauftragter, Autor) fĂŒr ein Geflecht an Einflussmöglichkeiten. Seine Taten sind nur vor dem Hintergrund individueller Verantwortung, ideologischer Rahmung, institutionellen Versagens und gesellschaftlicher Blindstellen zu verstehen.

Wiedemann war in pro-pÀdosexuellen Netzwerken (u.a. DSAP, AHS) aktiv, propagierte gewaltfreie SexualitÀt zwischen Erwachsenen und Kindern und verbreitete antifeministische Thesen. In der HuK prÀgte er jahrelang unkritisch die Debatte.

Konkrete FĂ€lle:

Körperliche Übergriffe in Beratungssituationen, mehrjĂ€hrige Beziehung mit sexueller Nötigung zu einer deutlich jĂŒngeren Person, Vermittlung von Kontakten zwischen einer 13-jĂ€hrigen Person und PĂ€dosexuellen.

Versagen und Aufarbeitung:

Die HuK erkennt ihr institutionelles Versagen an: Durch Verharmlosung, Wegsehen und Plattformbietung fĂŒr Thesen, die Wiedemann und andere PĂ€doaktivisten u.a. in der Mitgliederzeitschrift bis Mitte der 1990er veröffentlichen konnten, wurde sexualisierte Gewalt ermöglicht. Die HuK hat als Teil (sexual-)reformerischer KrĂ€fte der Schwulenbewegung der Bundesrepublik die Augen verschlossen vor MachtverhĂ€ltnissen in sexuellen Beziehungen; sie hat das Leben homosexueller Beziehungen generell begrĂŒĂŸt. Kritische Stimmen, besonders aus der Frauenbewegung, wurden nicht gehört.

Seit 1997 ist es in der HuK Konsens, dass es keine einvernehmlicher SexualitĂ€t zwischen Kindern und Erwachsenen geben kann. Seit 2021 arbeitet die Gruppe ihre Schuld-geschichte auf – u.a. mit Studien, internen Diskussionen und PrĂ€ventionskonzepten.

Aktuelle Maßnahmen:

PrÀventions- und Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt wurden erarbeitet und werden umgesetzt.
Aufruf an Betroffene und Zeitzeug:innen: Die HuK bittet um weitere Erfahrungsberichte und bittet alle Betroffenen um Entschuldigung.

Zitat HuK: „Es handelte sich nicht um einzelne Verfehlungen, sondern um fortgesetztes Handeln. Ein Dunkelfeld muss angenommen werden.“

Kontakt:
Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.
Markus Gutfleisch, Sprecher der AG Aufarbeitung

Telefon: +49 151 112 63 998
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Web: www.huk.org