Pressemitteilung des Katholischen LSBT+ Komitees anlĂ€sslich des Scheiterns des Grundtexts „Leben in gelingenden Beziehungen – Wegmarken einer erneuerten Sexualethik“ an der Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe

Bei der Vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland wurde das Grundlagendokument „Leben in gelingenden Beziehungen – Wegmarken einer erneuerten Sexualethik“ in zweiter Lesung beraten. FĂŒr den Grundtext stimmten 83% der Mitglieder der Synodalversammlung. Mit nur 61% der Bischöfe verfehlte der Text allerdings die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit der Bischöfe um vier Stimmen.

Berlin/Hamburg/MĂŒnchen 31.05.2022

Eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz hat am Montag den Entwurf fĂŒr eine neue „Grundordnung des kirchlichen Dienstes“ und dazugehörige „Bischöfliche ErlĂ€uterungen“ veröffentlicht. Das Katholische LSBT+ Komitee und die Initiative #OutInChurch begrĂŒĂŸen, dass gleichgeschlechtliche Eheschließungen in Zukunft kein KĂŒndigungsgrund mehr sein sollen. Sie bemĂ€ngeln aber, dass GeschlechtsidentitĂ€t nicht ausdrĂŒcklich berĂŒcksichtigt wird. Dies schafft ebenso wie die
schwammigen Formulierungen zum „christlichen Menschenbild“ und „kirchenfeindlichem Verhalten“ neue Unsicherheiten fĂŒr queere Mitarbeitende.

Die HuK lĂ€dt Mitglieder und Freund:Innen herzlich  zur FrĂŒhjahrstagung vom 22.-24.042022 ins Zinzendorfhaus in Neudietendorf bei Erfurt ein. Als Referent konnte David Begrich vom Miteinander e. V. In Magdeburg gewonnen werden, der am Freitagabend in die Thematik einfĂŒhrt und am Sonnabendvormittag einen von drei Workshops anbietet.
Diese Fragestellungen leiten uns in die Tagung:

  • Lohnt es sich mit (Rechts-)populisten zu reden? Unter welchen UmstĂ€nden lohnt sich ein GesprĂ€ch nicht? Gibt es „Rote Linien“?
  • Welche Strategien gibt es, um nicht nur die Symptome sondern auch die Ursachen von rechtspopulistischen Einstellungen zu bekĂ€mpfen?
  • Erleben wir rechte Tendenzen auch in der LSBTI-Community?
  • Hat der Populismus Wurzeln im Christentum?
  • Wie gehen wir als Christ:innen mit Populismus um?
  • Rechtspopulisten bedienen Ängste – teilen wir diese Ängste auch? Wie gehen wir mit ihnen (anders) um?

Einladungsflyer und Anmeldung siehe Aktuelle Tagung

Gemeinsame ErklÀrung katholischer VerbÀnde und Organisationen

Die katholische Kirche ist so vielfĂ€ltig wie die Gesellschaft selbst und Heimat fĂŒr jede*n. Niemand darf wegen der eigenen sexuellen Orientierung und /oder der geschlechtlichen IdentitĂ€t diskriminiert oder ausgeschlossen werden. Das betrifft auch Hauptberufliche und Ehrenamtliche, die sich in der katholischen Kirche sowie in VerbĂ€nden und Organisationen aus Überzeugung und auf vielfĂ€ltige Weise engagieren. Diverse Menschen mĂŒssen in der katholischen Kirche sicht- und hörbar werden. Wir stellen uns deshalb ausdrĂŒcklich gegen Homophobie und fordern eine Kultur der DiversitĂ€t in der katholischen Kirche.

Ökumenische Arbeitsgruppe HuK veröffentlicht Orientierunghilfe zum kirchlichen Arbeitsrecht

Über 120 Mitarbeiter*innen der katholischen Kirche in Deutschland haben sich heute als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intergeschlechtlich oder queer (LGBTIQ) geoutet. Sie sind verbunden im Netzwerk #OutInChurch – FĂŒr eine Kirche ohne Angst.

„Dies ist ein Freudentag fĂŒr die Kirche“, betont Thomas Pöschl, Vorstandsmitglied der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. „Wir beglĂŒckwĂŒnschen alle zu diesem mutigen Schritt. Ein Coming-out von Mitarbeiter*innen hat es in in dieser Form in der katholischen Kirche weltweit noch nicht gegeben. Es ist ein starker Impuls der Mitarbeiter*innen, der hoffentlich dazu beitrĂ€gt, dass sich die Haltung der katholischen Kirche hin zu Respekt und Akzeptanz von LGBTIQ weiter Ă€ndert. Besonders freut uns die breite UnterstĂŒtzung zu diesem Schritt aus den katholischen VerbĂ€nden bis hin zum PrĂ€sidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.“