PrĂ€ambel zur Satzung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V.

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. ist ein freier Zusammenschluss von Frauen und MĂ€nnern, die sich kritisch und konstruktiv mit HomosexualitĂ€t und Kirche auseinandersetzen. Gottes Handeln in der Welt, von dem die Bibel Zeugnis gibt, erfahren wir als befreiende Botschaft. Befreite Menschen lĂ€dt Gott in eine Gemeinschaft ein, in der Gerechtigkeit herrschen soll und die MenschenwĂŒrde beachtet wird. Dieses gibt vielen Lebensformen Raum zur Entfaltung gelingenden Lebens. Wir verstehen homosexuelles und heterosexuelles Empfinden und Verhalten als gleichwertige AusprĂ€gung der einen menschlichen SexualitĂ€t. Deshalb arbeiten wir am Abbau von Diskriminierung und fordern die volle Teilhabe von Lesben und Schwulen am kirchlichen und gesellschaftlichen Leben.

  • Wir wollen durch Information und Begegnung Vorurteile und Unkenntnis zum Thema HomosexualitĂ€t abbauen.
  • Wir wollen uns mit Kirchengemeinden, kirchlichen VerbĂ€nden und Gremien auf die Suche nach einer Ethik der SexualitĂ€t begeben, in der auch lesbische und schwule Beziehungen gleichwertig gelebt werden können.
  • Wir wollen die Korrektur undifferenzierter und unqualifizierter Äusserungen zur HomosexualitĂ€t, gleich von welcher kirchlichen oder politischen Seite sie gemacht oder auch nur geduldet werden.
  • Wir wollen, dass homo- wie heterosexuellen Frauen und MĂ€nnern prinzipiell alle beruflichen Möglichkeiten in Kirche und Gesellschaft offenstehen. Das Geschlecht und die sexuelle Orientierung eines Menschen befĂ€higen zu keinem und disqualifizieren von keinem Amt.
  • Wir wollen Lesben und Schwulen helfen, die aufgrund ihrer HomosexualitĂ€t Probleme mit ihrem kirchlichen Arbeitgeber haben. Wir sind solidarisch mit allen anderen Menschen, die auf Ă€hnliche Weise unter dem kirchlichen Missbrauch der Privilegien aus dem Tendenzschutz leiden.
  • Wir wollen in den Kirchen deutlich machen, dass sich insbesondere an ihrem Umgang mit von HIV und AIDS betroffenen Menschen der Grad ihrer Akzeptanz alternativer Lebensformen messen lĂ€sst. „Positiv” oder „negativ” ist in unserer Weggemeinschaft keine Frage des Immunstatus.
  • Wir wollen die SolidaritĂ€t unter Lesben und Schwulen stĂ€rken. Gemeinsamkeiten und Unterschiede finden bei uns ihren Platz.
  • Wir wollen Lesben und Schwule einladen, spirituelles Leben mit uns zu teilen. Wir wollen als Christinnen und Christen in der lesbisch-schwulen Öffentlichkeit erkennbar sein.

Auf Grundlage dieser PrÀambel und zur Erreichung unserer Ziele suchen wir die Zusammenarbeit mit anderen Personen und Gruppen.

 

Frankfurt am Main, 22.01.2000

 

pdfSatzung mit PrĂ€ambel als BroschĂŒre62.23 KB