Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. arbeitet ihre Haltung zu PĂ€dosexualitĂ€t in der Vereinsgeschichte auf. Prof. Dr. Klaus Große Kracht, Forschungsstelle fĂŒr Zeitgeschichte in Hamburg, hat im Dezember 2023 eine unabhĂ€ngige Studie dazu erstellt, die durch eine Begleitgruppe unterstĂŒtzt wurde. Prof. Dr. Gerhard Schreiber, evangelischer Theologe, Helmut-Schmidt-UniversitĂ€t/UniversitĂ€t der Bundeswehr Hamburg, externes Mitglied der Begleitgruppe, stellte theologische und sozialethische BeitrĂ€ge zur VerfĂŒgung.

Die Studie wurde am 16.01.2024 im Rahmen einer Pressekonferenz öffentlich vorgestellt. Vorstand und Delegiertenrat der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche haben am 13.01.24 Grundlinien eines Aufarbeitungsprozesses verabschiedet, den der Verein in Eigenverantwortung durchfĂŒhrt.

Die HuK bittet alle aktuellen und ehemaligen Mitglieder sowie Personen, die die Vereinsarbeit begleitet oder miterlebt haben, ihre Beobachtungen und Erinnerungen mitzuteilen. Dazu hat die HuK einen Aufruf gestartet, der unter https://huk.org/themen/aufarbeitung verfĂŒgbar ist, heruntergeladen und weitergegeben werden darf und soll.

Hintergrund:

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche grĂŒndete sich 1977 beim Evangelischen Kirchentag in Berlin; seit 1986 ist sie ein eingetragener Verein. Bis ins Jahr 1997 existierte in der HuK unter dem Einfluss damaliger Emanzipations- und Befreiungsbewegungen eine solidarische Haltung zu PĂ€dosexuellen. Einige Mitglieder befĂŒrworteten SexualitĂ€t zwischen Erwachsenen und Kindern bzw. Jugendlichen; es wurde Einvernehmlichkeit auf Augenhöhe angenommen. Helmut Kentler, Psychologe und Sozialwissenschaftler und Professor fĂŒr SozialpĂ€dagogik aus Hannover, der auch HuK-Mitglied war, prĂ€gte diese Position maßgeblich.

Die Perspektive auf den Schutz von Kindern vor Missbrauch war in der HuK nur teilweise vorhanden. Der Verein tat sich schwer damit, eine klare Haltung zum Thema zu finden. Erst 1997 erfolgte eine eindeutige Distanzierung, die einerseits durch Druck von außen, andererseits durch stĂ€rkeres Engagement von Frauen zustande kam. In den Jahren danach verschwand das Thema völlig aus dem Bewusstsein der Vereinsmitglieder; erst im Jahr 2021 entschloss sich die HuK, diesen Teil ihrer Geschichte zu erforschen, eventuelle MissbrauchsfĂ€lle aufzuspĂŒren und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

FĂŒr Fragen stehen zur VerfĂŒgung:

Thomas Pöschl, Vorstandsmitglied,
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Tel. +49 163 77 53 581 oder

Markus Gutfleisch, Sprecher der AG Aufarbeitung,
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Tel. +49 151 112 63 998

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.
Vorstand und AG Aufarbeitung

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